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Gespräch mit der NWZ Erfolgstrainer Schaaf in Oldenburg zum Thema Fußball und dessen integrativer Kraft

Im Gespräch (von links): VfB-Vorstand Helmut Jordan, Thomas Schaaf (Werder Bremen) und VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg

Im Gespräch (von links): VfB-Vorstand Helmut Jordan, Thomas Schaaf (Werder Bremen) und VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg

Piet Meyer

Oldenburg - Thomas Schaaf in Oldenburg, als Kopf einer Imagekampagne für den Fußball, der im Nordwesten Deutschlands ins Hintertreffen geraten ist. Der Basketball hat das Zepter übernommen mit den Teams in Oldenburg, Vechta und Quakenbrück. Vorbei die Zeit, als TSR Olympia Wilhelmshaven, der SV Meppen, Atlas Delmenhorst, Kickers Emden und Werder Bremen mehr oder weniger auf Augenhöhe gegeneinander antraten und die Kräfte maßen. Nach den Abstiegen vom VfB Oldenburg und dem SV Meppen aus der Dritten Liga in der vergangenen Saison ist in der Region nur noch Werder der einzige Vertreter im Profi-Fußball, wenn man Osnabrück mal nicht zum Nordwesten zählt.

Große Verbundenheit

Thomas Schaaf (62), weiß, wovon er spricht. Der gebürtige Mannheimer ist in der Jugend von Werder groß geworden, war von 1979 bis 1994 Lizenzspieler, später Jugendtrainer und prägte dann von 1999 bis 2013 eine der erfolgreichsten Ären des Clubs mit der Erringung der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2004 und Pokalsiegen ebenfalls 2004 sowie 2009. Bis heute spürt er die große Verbundenheit unter den Menschen, die sie beim Fußball und beim Besuch des Stadions empfinden – über alle Generationen und sozialen Schichten hinweg. „Im Stadion sitzt man nebeneinander und hat keine Chance zu flüchten, wenn man vom Sitznachbarn vollgequatscht wird“, fügt er bei seinem Besuch in Oldenburg in einem Gespräch mit unserer Redaktion hinzu.

Sprach am Montag in Oldenburg über seine neue Rolle: Thomas Schaaf

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Lars Blancke
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Fußball verbindet

Fußball verbindet, eine Eigenschaft, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Gerade in unserer heutigen Zeit, so Schaaf. Als Spieler und Trainer in Bremen habe er im Blick behalten, was sich jenseits der Weser tut, wie sich der Fußball entwickelt, welche Richtung der Sport nimmt. Zwar strömen zu jedem Heimspiel Tausende Fans aus dem Weser-Ems-Gebiet ins Weserstadion, nehmen weite Wege und einen großen Zeitaufwand in Kauf, doch ist der Fußball insgesamt in der Region auf dem absteigenden Ast, ein schleichender Prozess.

Großes Potenzial

„Dabei kann in Oldenburg viel mehr passieren, das Potenzial ist da“, schätzt der prominente Ex-Trainer die Situation ein. So schaut er mit Respekt auf die wachsende Zahl der Sponsoren, die sich an den VfB binden und sich engagieren. Ein neues Stadion sei für den Profifußball in der Stadt allerdings überlebensnotwendig, sagt er. Sonst habe er hier keine Zukunft. Kinder und Jugendliche müssen sich mit dem Club vor Ort identifizieren können. Es muss ihr Traum sein dürfen, als Profi auf dem Platz aufzulaufen, auf dem sie einst als Fans in den Kurven standen. Er selbst habe das so erlebt und den Weg von den Fans (damals noch auf der überdachten Nord-Stehtribüne im Weserstadion) auf den Rasen geschafft.

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Fußball hat die Kraft, Menschen zueinander zu bringen, Akzeptanz zu schaffen, sie in die Gesellschaft zu integrieren, so Schaaf weiter. Werder kann davon nur profitieren, deutet er eine breiter aufgestellte sportliche Zusammenarbeit an. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwarten heute allerdings ungleich mehr Komfort als früher. Der Stadionbesuch muss für sie zu einem Event werden. Vorbei die Zeiten, als sich im Weserstadion die Massen auf nicht überdachten Stehplätzen in den Kurven drängten, denen der Sturm den Regen ins Gesicht peitschte. Das Weser-Stadion ist über die Jahrzehnte hinweg zu einem Schmuckkästchen ausgebaut worden. Die Laufbahnen für die Leichtathleten verschwanden, Logen wurden eingebaut.

In Oldenburg war das nach dem Verkauf des Grundstücks an der Donnerschweer Straße nicht möglich. Doch bietet sich laut Schaaf erneut und das zum vermutlich letzten Mal die Chance für den Bau eines Stadions mitten in der Stadt – für den Fußballsport in der Region.

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