Auf keinen Fall darf es in der Diskussion Für und Wider Stadion-Neubau darum gehen, die Basketballer gegen die Fußballer auszuspielen, eine Neid- und Missgunst-Debatte loszutreten. Die Baskets haben ihren Platz in der Sportlandschaft gefunden. Oldenburg darf sich glücklich schätzen – was im übrigen auch für die VfL-Frauen und für den Handball gilt. Es darf auch nicht sein, dass man Kosten gegeneinander aufrechnet und dem Staatstheater vorhält, jährlich einen städtischen Zuschuss von aktuell knapp sieben Millionen Euro zu bekommen.
Das ist nicht zielführend für den Fußball in der Stadt, den man in der Stadionfrage allerdings losgelöst von einem Neubau betrachten sollte. Denn der Profisport wirkt sich auch auf die Nachwuchsarbeit in den Vereinen aus. Wenn wie beispielsweise in der relativ kurzen Heinrichstraße in Eversten drei Basketballkörbe in den Gärten stehen, muss das für alle Jugendabteilungen der Oldenburger Fußballvereine ein Alarmzeichen sein. Da gilt es, an einem Strang zu ziehen, um den Anschluss nicht endgültig zu verpassen.
In einer modernen Arena übt Fußball eine große Faszination aus. Seine integrative Kraft ist unbestritten. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sich Flüchtlinge und Einheimische auf dem alten VfB-Platz in Donnerschwee näher, als man gemeinsam den VfB anfeuerte.
Die Frage, die sich stellt, ist, ob man als Stadt auch dem Fußball eine wirtschaftliche Grundlage bieten möchte – unabhängig vom Tabellenstand, sondern mit Blick in die Zukunft.
