Der VfB Oldenburg benötigt auf jeden Fall ein neues Stadion. Auch wenn mir beim Besuch am Marschweg mitunter nostalgische Gedanken kommen an meine ersten Stadionbesuche in der Westkurve des alten Volksparkstadions in Hamburg – am Ende gilt für beide Sportstätten: Bei miesem Wetter macht’s kein Spaß, die Sicht ist mäßig und die Stimmung verfliegt irgendwo gen Himmel. Dennoch bin ich gegen den nun vorgelegten Stadionbeschluss in Oldenburg.
Magenschmerzen bereitet mir die Finanzierung. Im Profifußball wird mittlerweile mit Summen jongliert, die man kaum noch erfassen kann. Leider passiert das in einem extremen Ungleichgewicht zwischen den Top-Clubs und den direkten Konkurrenten sowie europaweit zwischen den oberen Ligen und den unterklassigen Wettbewerben.
Das führt dazu, dass Geld vor allem ins kickende Personal gesteckt werden muss, um bei dem Rattenrennen um die Fleischtöpfe mithalten zu können. Ein aufstrebender Verein wie der VfB ohne Großsponsor oder Mäzen im Rücken hat da kaum Chancen, Geld für Infrastruktur beiseite zu schaffen.
Aber ist es Aufgabe der Allgemeinheit, für diesen Systemfehler geradezustehen? Ich meine: nein! Es kann nicht sein, dass der DFB für sein Premiumprodukt 3. Liga die schöne Verpackung vorgibt, aber selbst keinerlei Möglichkeiten schafft, wie man diese finanzieren kann. Wo sind die Fördertöpfe des millionenschweren Verbands oder der DFL (zuständig für 1. und 2. Bundesliga), die ja auch gerne Aufsteiger in schicken Stadien spielen sieht? Wo ist der zentrale Sponsorenpool, der im Tausch gegen Werbefläche oder Stadionanteile in Arenen investiert?
Es ist nicht Aufgabe der Stadt, das abgehobene Profifußballsystem in diesem Maße zu unterstützen.
So leid es mir für den VfB und für mich selbst beim nächsten Regenspiel am Marschweg tut: Eine Ablehnung des vorgelegten Grundsatzbeschlusses wäre die richtige Entscheidung.
