Das Land Niedersachsen tut nicht genug für die Schulen, die Lehrerinnen und Lehrer und die Schülerinnen und Schüler. Ja! Das stimmt! Damit hat Sozialdezernentin Dagmar Sachse recht. Auch damit, dass die Stadt für Landesaufgaben geradesteht, weil den Schulen das Personal fehlt und sich in der Realität im Klassenzimmer manches schwer trennen lässt. Wo hört die Schulbegleitung für Kinder mit Defiziten auf und wo fängt die Schulbegleitung an, den Unterricht mitzugestalten und wird beispielsweise zum Dolmetscher für zugezogene Kinder, die kaum Deutsch sprechen? Die personelle Ausstattung der Schulen ist Landessache, die Eingliederungshilfe und damit Schulbegleitung für Kinder mit Beeinträchtigungen liegt in der Hoheit der Stadt.
In der Theorie lässt sich über Zuständigkeiten und Zuordnungen diskutieren, in der Realität schneiden unsere Schüler im internationalen Leistungsvergleich bescheiden ab. Aus den Schulen heraus kommen Hilferufe – laut und deutlich. Es geht um fehlendes Personal, immer mehr auffällige Schüler mit sozial-emotionalen Defiziten und Konzentrationsschwächen, es geht um Herausforderungen der Inklusion und Scheitern in der Integration. Die Schulen liegen auf der Intensivstation. Ihnen durch Mittelkürzungen jetzt in Oldenburg die Sauerstoffzufuhr zu verringern, hat nur einen Effekt: Die Schulen werden noch mehr nach Luft schnappen, als sie es eh schon tun, die Beschäftigten werden weiter ermüden, mehr Kinder bleiben auf der Strecke.
Bei der Schulbegleitung geht es um die Kinder dieser Stadt, um die zukünftigen Fachkräfte, die Oldenburg auf gutem Kurs halten sollen. Bei all den Notrufen aus den Schulen und angesichts dessen, was die Pandemiejahre bei zahlreichen Kindern angerichtet haben: Bei ihnen den Rotstift anzusetzen, ist ein Fehler, den die Stadt mit Zins und Zinzeszins bezahlen wird.
