Oldenburg - In einem Schreiben an die Ratsfraktionen und Oberbürgermeister Jürgen Krogmann hat die Geschäftsführung der EWE Baskets den Verzicht auf einen Stadionneubau an der Maastricher Straße neben ihrer Spielstätte gefordert. Dagegen sprächen aus ihrer Sicht verkehrliche Probleme bei Doppelveranstaltung, wenn die Baskets und der VfB Oldenburg an einem Tag Heimspiel hätten. In anderen Städten würden deshalb neue Stadien am Stadtrand gebaut.
Zeitpunkt überrascht
Für die Stadtverwaltung kommt der Zeitpunkt der Stellungnahme der EWE Baskets überraschend, so Stadtsprecher Stephan Onnen in einer Stellungnahme. Schließlich seien die Überlegungen, das städtische Grundstück in der Nachbarschaft der Weser-Ems-Hallen als Fläche für einen Stadionneubau zu nutzen, nicht neu. Eine Machbarkeitsstudie habe 2017 die Eignung des Areals nachgewiesen. Die Stadtverwaltung stehe im regelmäßigen Austausch mit den EWE Baskets – in diesen Gesprächen seien die Vorbehalte zudem bisher nicht thematisiert worden.
Die verkehrliche Eignung eines Stadionstandortes an der Maastrichter Straße in der angedachten Größenordnung habe die Stadtverwaltung von einem Ingenieurbüro untersuchen lassen.
Fazit laut Stadtsprecher Onnen: „Die Verkehrsuntersuchung zeigt, dass ein Stadion an der Maastrichter Straße, das eine Kapazität von 10000 Zuschauerinnen und Zuschauern aufweist, aus verkehrstechnischer Sicht machbar ist. Selbst unter Berücksichtigung eines maximalen Belastungsszenarios (gleichzeitige Durchführung von zwei großen, verkehrsrelevanten Veranstaltungen im Stadion und den Weser-Ems-Hallen) können die Veranstaltungsverkehre leistungsgerecht abgewickelt werden.“ Aus verkehrlicher Sicht sei an diesem Standort auch die Umsetzung eines Perspektivstadions mit einer größeren Kapazität (15000 Fans) denkbar. Klar sei, dass für ein neues Stadion die notwendigen Parkplätze geschaffen würden.
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist der wirtschaftliche Fortbestand der EWE Baskets durch die Stadionplanung keinesfalls gefährdet, teilt Onnen mit.
Und weiter: „Wir sehen keine Veranlassung, die bereits erfolgte Standortpotentialstudie in Frage zu stellen oder den Prozess noch einmal neu anzuschieben. Es sind neun Standorte im Stadtgebiet untersucht worden – dabei hat sich der Standort an der Maastrichter Straße als klarer Favorit erwiesen.“ Das Grundstück, auf dem das Stadion gebaut werden kann, ist bereits im Besitz der Stadt. Nur hier ist eine optimale ÖPNV-Anbindung durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof gegeben. Gleichzeitig bietet sich die Chance, das städtische Veranstaltungsgelände mit den Weser-Ems-Hallen und den beiden EWE-Arenen durch ein Stadion abzurunden und Synergien zu nutzen.
Keine Alternative
Die von den EWE Baskets in ihrem Brief genannten Stadionbau-Beispiele, bei denen Standorte in der Peripherie gewählt wurden, seien vor allem dem Umstand geschuldet, dass dort – anders als in Oldenburg – keine Alternativen in zentraler Lage vorhanden waren. Dazu teilen die EWE Baskets abschließend mit: „Uns ist wichtig klarzustellen, dass sich die EWE Baskets nicht grundsätzlich gegen einen Stadionneubau richten. Wir sind bezüglich des geplanten Standortes und den damit verbundenen – aber außen vorgelassenen Infrastrukturproblemen – die dann einen direkten Einfluss auf uns hätten, ernsthaft besorgt.“
