Oldenburg - Es ist eines der repräsentativsten Gebäude im Bahnhofsviertel, nun hat die ehemalige Stadtkasse an der Gottorpstraße 8 neue Besitzer: Gekauft haben es von der Stadt in einem Angebotsverfahren Fenno Brockmann (50) und Hikmet Tolan (48). Die beiden Geschäftsleute sind Inhaber des „BT·P Architektur- und Ingenieurbüro“.

„Nach dem Umbau werden wir als einer der ersten Mieter einziehen“, erklärten Brockmann und Tolan bei einem Ortstermin. Firmensitz ist noch die Hundsmühler Straße 28 in Eversten. Die Käufer haben sich vertraglich verpflichtet, das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene denkmalgeschützte Gebäude in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde nach historischem Vorbild zu sanieren. Zurzeit werden die nachträglich eingebauten Deckenverschalungen, unter denen teilweise Stuck zum Vorschein kam, abgenommen. „Als sichtbares Zeichen der Erneuerung soll das Haus dann mit Lichttechnik zum Strahlen gebracht werden“, verspricht Brockmann. Auch der Vorplatz werde nach historischen Plänen wiederhergestellt, das Innere unter Beibehaltung des baulichen Charakters in moderne Büro-, Tagungs- und Veranstaltungsräume denkmalgerecht umgewandelt.

Historisches

Oldenburg

Brockmann und Tolan haben die bundesweit agierende „ecos Gruppe“ dafür gewonnen, Büroflächen und Co-Working-Arbeitsplätze samt unterstützenden Services an dieser Adresse anzubieten. „Office-Center boomen“, ist sich Brockmann über den Erfolg des Projekts sicher.

In die denkmalgerechte Sanierung fließt seinen Angaben zufolge mehr als eine Million Euro. Im Erdgeschoss der ehemaligen Kassenhalle werden einzelne separate Büroräume, eine Bar/Lounge sowie Tagungs- und Konferenzräume ausgebaut. Das erste und zweite Stockwerk werde in seiner historischen Raumstruktur weitgehend erhalten. Dort werden Einzelbüros eingerichtet. Nach dem Umbau für die Büroräume, der im Sommer 2021 abgeschlossen sein soll, wird im Dachgeschoss eine großzügige rund 200 Quadratmeter große Penthouse-Wohnung mit teils offenem Ständerwerk entstehen. Dafür werden die Einbauwände entfernt. Lounge und Konferenzräume können für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden und zur Belebung des Bahnhofsviertels auch nach Geschäfts- und Büroschluss beitragen, blicken Brockmann und Tolan in die Zukunft. Geplant sind Workshops, Seminare – wie auch Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Gesprächsrunden.

Kennengelernt haben sich beiden Geschäftsleute übrigens bei der Planung für den „Draufgänger“, der seit 2005 zwischen Staulinie und Staugraben in der Haaren steht. Der Draufgänger sollte das Symbol dafür sein, das Bahnhofsviertel besser an die Innenstadt anzubinden und für eine gewisse Aufbruchstimmung zu sorgen. „Er steht für unbürokratische Lösungen und für die Zukunft“, hieß es damals. Tolan und Brockmann wagen den nächsten Schritt.

KOMMENTAR Gute Entscheidung

Thomas Husmann
Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg