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Banner erinnert Skandal Scheele zurück am Oldenburger Stadtmuseum

Mit dem ehemaligen Chef der Oldenburg Museen, Friedrich Scheele, hat das Abrissunternehmen  aus Wildeshausen nichts zu tun – nur der Name ist derselbe.

Mit dem ehemaligen Chef der Oldenburg Museen, Friedrich Scheele, hat das Abrissunternehmen aus Wildeshausen nichts zu tun – nur der Name ist derselbe.

Thomas Husmann

Oldenburg - Die Satire wird im wirklich wahren Leben von der Realität überholt, heißt es unter Journalisten, die die Finger davon lassen sollten in der normalen Berichterstattung – ebenso wie von der Ironie. Beides wird oftmals nicht oder falsch verstanden. Nun sorgt das Werbebanner eines Erdbaubetriebes aus Wildeshausen am Oldenburg Stadtmuseum bei einigen Passanten und Autofahrern für ein Schmunzeln, ironischerweise trägt das Unternehmen den Namen eines Mannes, der in die Schlagzeilen geriet.

Abrissunternehmen

In großen Buchstaben ist auf besagtem Banner der Name Scheele zu lesen, im Kleingedruckten „Landtechnik, Entsorgungsfachbetrieb, Kanal- und Pflasterarbeiten, Zulieferung von Schüttgut, Baufeldräumung“. Was daran lustig bzw. ironisch ist? Der ehemalige Leiter der Oldenburger Museen heißt Friedrich Scheele. Er musste seinen Posten räumen, nachdem er das Radziwill-Bild „Stillleben mit Fingerhut und weißem Krug“ im Jahr 2012 für das Stadtmuseum angekauft hatte, dann aber drei Jahre später, eigenmächtig und ohne die Stadt zu informieren, an die Öffentliche Versicherung für rund 32.000 Euro verkauft hatte. Das Geld behielt Scheele für sich und gab es nicht an die Stadt weiter. Die Versicherung hat das Gemälde mittlerweile an die Stadt zurückgegeben. Scheele hatte die Summe mit Zinsen (insgesamt rund 39 000 Euro) an die Stadt zurückgezahlt. Das Fehlverhalten kam dem 61-Jährigen teuer zu stehen, er verlor seine Arbeitsstelle als Projektentwickler bei der Residenzort Rastede GmbH.

Viele Erinnerungen

Nun ist er also wieder zurück am Stadtmuseum, zumindest der Name, der bei manchen viele Erinnerungen wachrufen wird. Karsten Scheele, Inhaber des Wildeshauser Unternehmens, erklärt, dass der Name zwar recht selten ist, er bzw. seine Familie seines Wissens aber nicht mit Friedrich Scheele verwandt ist. „Die Firma Scheele ist im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung aus einer Gruppe von acht Bietern als Günstigster hervorgegangen und wurde daher beauftragt“, teilt dazu Stadtsprecherin Kim Vredenberg-Fastje mit.

Das Gebäude wird zurzeit entkernt, das Material getrennt gesammelt und entsorgt, bevor dann in den nächsten Tagen der Bagger anrollt und das Gebäude abreißt, um Platz zu schaffen für einen Neubau.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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