Oldenburg - „Ich wünsche mir einfach nur, dass mein Kind wieder gesund wird – dass er eine Chance aufs Leben hat.“ Anja Schaals Sohn ist an akuter myeloischer Leukämie erkrankt und braucht nun dringend eine Stammzellenspende. Gerade wollte der 27-jährige Darwin Rebhan in ein selbstbestimmtes Leben starten, als Ende des vergangenen Jahres die Diagnose Blutkrebs kam. Im Mai schien es, als wäre der Krebs besiegt – im September kam die Krankheit zurück. Nun liegt der Oldenburger im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und kämpft um seine Zukunft. Seine Familie stärkt ihm dabei den Rücken.
Pläne für Zukunft
Ein Angel-Urlaub in Norwegen mit seiner Familie, das ist einer der größten Wünsche, die Darwin hat. „Seit Kindesbeinen liebt er das Angeln“, sagt seine Mutter Anja Schaal. An den Wochenenden vor seiner Erkrankung unternahm Darwin häufig mit seinen Freunden Angel-Ausflüge. Nach Holland, in die Nähe von Leer oder am Bornhorster See: Immer war Darwin auf der Suche nach dem nächsten großen Fang.
Am Samstag, 10. Dezember, findet eine große Registrierungsaktion des Vereins „Leukin“ in Oldenburg statt.
Von 11 bis 16 Uhr können man sich als potenzieller Stammzellenspender in der IGS Kreyenbrück, Brandenburger Straße 40, registrieren lassen.
Jede gesunde (also nicht-chronisch erkrankte) Person im Alter zwischen 17 und 55 Jahren (Personalausweis mitbringen) kann an der Aktion teilnehmen.
Der Verein „Leukin“ kann zudem mit Geld-Spenden unterstützt werden.
Unter einem Instagram-Profil machen Familie und Freunde von Darwin, sowie die DKMS und der Verein Leukin auf die Suche nach einem Stammzellenspender aufmerksam.
Und auch seine Arbeitswoche war geprägt von seiner großen Leidenschaft. Mit Auszeichnung hat er seine Ausbildung im Oldenburger Angelfachmarkt Fisherman’s Partner bestanden. Kurz vor der Krebs-Erkrankung wurde er als Verkäufer übernommen.
Der zweite große Wunsch, den Darwin hat, ist es endlich den Führerschein fertig zu machen. Mit den Stunden begonnen hatte der 27-Jährige noch vor der Erkrankung, die theoretische Prüfung musste er jedoch nach der Diagnose verschieben. Als es nach zwei Chemotherapien im Oldenburger Klinikum und zwei weiteren im Uniklinikum Kiel so schien, als wäre der Krebs besiegt, meldete Darwin sich zur theoretischen Führerscheinprüfung an.
Jeden Tag kämpfen
Doch am Tag der Prüfung war der Krebs zurück und er musste wieder ins Krankenhaus in Kiel. Dort durchläuft er nun seine fünfte Chemotherapie – diesmal eine noch stärkere als zuvor – und nimmt an einer Studie für ein neues Medikament teil. Mit dieser Therapie legt er den Grundstein für eine Stammzellenspende. Jeden Tag kämpft Darwin dort aufs Neue, dafür bewundert seine Mutter ihn. Oft wisse sie selber nicht, woher sie die Kraft schöpft, die Erkrankung ihres Sohnes durchzustehen: „Es gibt Tage, da lachen wir zusammen. Und dann gibt es Tage, da weinen wir zusammen.“
Spender gesucht
Da keiner aus Darwins Familie als Stammzellenspender passt, ist der 27-Jährige auf der Suche nach einem Spender. Unterstützt werden Darwin und seine Familie dabei von der DKMS und dem Verein „Leukin“ unter anderem mit einer Registrierungsaktion für potenzielle Spender. Anja Schaal hofft, dass möglichst viele Leute kommen werden und sich testen lassen, „auch wenn vielleicht kein Spender für Darwin dabei sein wird. Dann bestimmt für jemand anderen.“
