Oldenburg - Zum Schreiben der Geschäftsführung der EWE Baskets an den OB und die Fraktionsvorsitzenden hat Stadtsprecher Stephan Onnen Stellung genommen. Hier seine Mitteilung im Wortlaut:
Zeitpunkt überrascht
Für die Stadtverwaltung kommt der Zeitpunkt der Stellungnahme der EWE Baskets überraschend. Schließlich sind die Überlegungen, das städtische Grundstück in der Nachbarschaft der Weser-Ems-Hallen als Fläche für einen Stadionneubau zu nutzen, nicht neu. Vielmehr liegt in diesem Zusammenhang bereits seit dem Jahr 2014 ein Fokus auf diesem Gelände. Eine Machbarkeitsstudie hat 2017 die Eignung des Areals nachgewiesen. Die Stadtverwaltung steht im regelmäßigen Austausch mit den EWE Baskets – in diesen Gesprächen sind die Vorbehalte bisher nicht thematisiert worden.
Eignung untersucht
Die verkehrliche Eignung eines Stadionstandortes an der Maastrichter Straße in der angedachten Größenordnung hat die Stadtverwaltung von einem Ingenieurbüro untersuchen lassen. Dabei wurden auch verschiedene Belastungsprognosen berechnet. Fazit: Die Verkehrsuntersuchung zeigt, dass ein Stadion an der Maastrichter Straße, das eine Kapazität von 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern aufweist, aus verkehrstechnischer Sicht machbar ist. Selbst unter Berücksichtigung eines maximalen Belastungsszenarios (gleichzeitige Durchführung von zwei großen, verkehrsrelevanten Veranstaltungen im Stadion und den Weser-Ems-Hallen) können die Veranstaltungsverkehre leistungsgerecht abgewickelt werden. Aus verkehrlicher Sicht ist an diesem Standort, so heißt es in dem Gutachten weiter, auch die Umsetzung eines Perspektivstadions mit einer größeren Kapazität (15.000 Fans) denkbar. Diese Einschätzungen werden – sofern der Rat am 27. Februar einen positiven Grundsatzbeschluss fasst und der Verwaltung einen Planungsauftrag erteilt – noch Gegenstand vertiefender Analysen sein. Klar ist, dass für ein neues Stadion die notwendigen Parkplätze geschaffen werden. Hier sind keine Nutzungseinschränkungen für den Betrieb der Weser-Ems-Hallen zu erwarten.
Keine Gefährdung
Aus Sicht der Stadtverwaltung ist der wirtschaftliche Fortbestand der EWE Baskets durch die Stadionplanung keinesfalls gefährdet. Wir sehen keine Veranlassung, die bereits erfolgte Standortpotentialstudie in Frage zu stellen oder den Prozess noch einmal neu anzuschieben. Es sind neun Standorte im Stadtgebiet untersucht worden – dabei hat sich der Standort an der Maastrichter Straße als klarer Favorit erwiesen. Das Grundstück, auf dem das Stadion gebaut werden kann, ist bereits im Besitz der Stadt. Nur hier ist eine optimale ÖPNV-Anbindung durch die unmittelbare Nähe zum Bahnhof gegeben. Gleichzeitig bietet sich die Chance, das städtische Veranstaltungsgelände mit den Weser-Ems-Hallen und den beiden EWE-Arenen durch ein Stadion abzurunden und Synergien zu nutzen.
Binnen-Entwicklung
Die von den EWE Baskets in ihrem Brief genannten Stadionbau-Beispiele, bei denen Standorte in der Peripherie gewählt wurden, sind vor allem dem Umstand geschuldet, dass dort – anders als in Oldenburg – keine Alternativen in zentraler Lage vorhanden waren. Für das Gelände an der Maastrichter Straße spricht aus Sicht des renommierten Planungsbüros Albert Speer und Partner, das bereits zahlreiche Stadionprojekte begleitet hat, gerade die Chance der „Binnen-Entwicklung“, die der Stadt direkt zu Gute kommt.
Überdies: Eine Überschneidung von Spieltagsterminen ist beim Abgleich der Kalender von BBL und Dritter Fußball-Liga nicht zu erkennen. Wenn es taggleiche Terminierungen gibt, finden Tipp-off und Anpfiff zeitlich versetzt statt, so dass sich keine Besucherverkehre begegnen.
