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Nwz-Kommentare Zum Möglichen Stadionbau Was für ein neues Fußballstadion spricht – und was dagegen

Oldenburg - 10.400 Steh- und Sitzplätze, 19 Millionen Euro Baukosten plus zwölf Millionen für die Herrichtung der Infrastruktur inklusive Bau eines 8,2 Millionen Euro teuren Parkhauses mit 880 Plätzen: Das sind die Rahmendaten für ein neues Fußballstadion, das neben den Weser-Ems-Hallen an der Maastrichter Straße gebaut werden kann.

Die komplette Machbarkeitsstudie der Stadt Oldenburg zum Download.

Der VfB Oldenburg reagierte auf die gute Nachricht mit einem Tweet.

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Oberbürgermeister Jürgen Krogmann stellte am Mittwoch im Alten Rathaus die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor, die der Stadtrat in Auftrag gegeben hatte. „Das Marschwegstadion ist in seinem jetzigen Zustand absolut ungeeignet für höherklassigen Fußball“, sagte Krogmann. Beim zurückliegenden Spiel gegen den SV Meppen mit mehr als 5000 Zuschauern sei erkennbar gewesen, dass ein derart großer Besucheransturm an dieser Stelle kaum noch zu bewältigen sei. Rechtliche Einsprüche von Anliegern machten zudem Abendspiele unmöglich, zudem fehle eine Flutlichtanlage sowie eine Rasenheizung, wie sie der Deutsche Fußballbund für den Spielbetrieb in der Dritten Liga vorschreibe.

Sportlich betrachtet ist der VfB Oldenburg zurzeit zwar weit vom Aufstieg in diese Spielklasse entfernt, doch könnte sich das rasch ändern. Der OB warnte deshalb davor, bei sportlichen Erfolgen möglicherweise überhastet reagieren zu müssen und kurzfristig zu investieren. Krogmann: „Wir bräuchten dann acht bis zehn Millionen Euro, um das Marschwegstadion drittligatauglich herzurichten.“

Das Grundstück, auf dem das neue Stadion gebaut werden kann, ist bereits im Besitz der Stadt. Für die Herrichtung und Entsorgung der Altlasten ist eine entsprechende Rückstellung im Haushalt gebildet worden. „Auch unabhängig von einem Stadionprojekt würden wir diese Fläche in den kommenden Jahren herrichten“, sagte Krogmann.

Für den Betrieb des Stadions, in dem auch Konzerte möglich sind, wurden verschiedene Modelle geprüft. Dazu gehört auch eine Zusammenarbeit mit der Weser-Ems-Hallen GmbH. Die jährlichen Betriebskosten hängen auch von der Ligazugehörigkeit des dort spielenden Vereins und weiteren Variablen (Finanzierungskosten) ab und liegen zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Euro im Jahr.

Das Marschwegstadion würde im Fall eines Neubaus an der Weser-Ems-Halle weiterhin für Schulsport und Leichtathletikveranstaltungen zur Verfügung stehen, so der OB. Teile der dortigen Nebenflächen könnten für den Wohnungsbau vermarktet werden. Die Stadt rechnet für diesen Fall mit einer Einnahme von mindestens neun Millionen Euro. 140 Seiten sind in dem Gutachten dem Schallschutz gewidmet, der mit drei Millionen Euro zu Buche schlägt.

Ist ein neues Stadion sinnvoll, oder eher nicht? Die NWZ-Redakteure Sabine Schicke und Thomas Husmann sind in ihren Kommentaren unterschiedlicher Meinung:

Pro: Bekenntnis zum Fußball (Thomas Husmann)

Bekennt sich die Stadt zum Fußball, oder nicht? Diese Frage muss letztendlich der Stadtrat beantworten. Angesichts der Summen, die im Spiel sind, keine leichte Entscheidung. Doch in das sanierungsbedürftige Marschwegstadion zu investieren, wäre ein Fehler, der schon einmal gemacht worden ist.

Spitzenfußball hat nur in einem modernen Stadion eine Chance – in einer neuen „Hölle des Nordens“.

Contra: Erst Tore, dann Stadion (Sabine Schicke)

Was braucht man zuerst, das tolle Stadion mit Rasenheizung oder die Mannschaft, die überhaupt in dieser Liga spielt? Dazwischen liegen derzeit Welten. Dass die Machbarkeitsstudie dieses Ergebnis ausweisen würde, war beinahe zu erwarten. Die Stadionbefürworter verfügen über eine starke Lobby. Soll die Mannschaft doch erst einmal beweisen, dass sie es kann.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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