Oldenburg - Diese Forderung der Stadtverwaltung besteht seit mehr als zehn Jahren: Die Suchtberatungsstellen von Diakonie (Alkohol, Spielsucht) und „Rose 12“ (Drogen) sollen unter einem Dach arbeiten. Trotz zahlreicher Vorschläge konnten sich die Beteiligten aber bis heute auf keinen Standort einigen. Vom Tisch sind die Pläne zur Zusammenlegung deshalb aber nicht. Diakonie, Gesellschaft Parlos (Träger von „Rose 12“) und Stadt arbeiten an einem neuen Konzept für ein Suchtberatungszentrum.
Die beiden von der Stadt geförderten Beratungsstellen sollen zwar weiterhin eigenständig bleiben, die Verwaltung erhofft sich durch die räumliche Zusammenlegung aber finanzielle Einsparungen.
Im Juli 2011 war angedacht, dass „Rose 12“ von der Alexanderstraße zur Bloherfelder Straße zieht, wo die Fachstelle Sucht der Diakonie ihren Sitz hat. Aus Platzgründen ließ sich dieses Vorhaben aber nicht verwirklichen.
Konkreter wurde es im vergangenen September. Diesmal hatten sich die Beteiligten auf einen Gebäudeteil des Seniorenzentrums Haarentor am Schützenweg verständigt (NWZ berichtete). In dem Anbau, in dem zuvor Schüler der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) untergebracht waren, sollten schon bald Drogen- und Alkoholkranke beraten werden.
Die Pläne sorgten jedoch für massive Proteste in der Nachbarschaft. Insbesondere die Elternvertreter der nahe gelegenen Kindergärten und der Grundschule machten sich Sorgen um die Sicherheit. In der Schule und in den Kindergärten wurden Unterschriften gegen die Ansiedlung gesammelt. Letztlich zogen Stadt und Diakonie die Pläne zurück. Als Gründe wurden offiziell aber baurechtliche Aspekte genannt.
Seit zwei Monaten werden die Pläne wieder weiterfolgt. Vertreter von Diakonie, Parlos und Stadt beraten in einem Arbeitskreis. Neu dabei ist der Sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt. „Wir arbeiten an einem Konzept, das wir voraussichtlich im August der Politik vorstellen können“, sagt Stadtsprecher Andreas van Hooven. Derzeit sei die Ausrichtung des Konzepts noch nicht festgelegt. Nach NWZ -Informationen ist dabei gedacht, nur Teile beider Beratungsstelle zusammenzulegen. Hauptproblem ist aber nach wie vor die Suche nach einer passenden Immobilie. Van Hooven: „Das ist ein schwieriges Thema, weil die Klientel, die dann dort verkehrt, eine schwierige ist.“
