Oldenburg/Hatten - Die überraschende Absage des für Mitte August geplanten Festivals Tabularaaza schlug auch am Dienstag noch hohe Wellen: Veranstalter Jan Meiners hatte am Montag verkündet, dass das für den 11. bis 13. August in Wiemerslande (Gemeinde Hatten) an der Stadtgrenze zu Oldenburg geplante Festival nicht stattfinden könne.

Als Gründe für die Absage führte Meiners den „schleppenden Ticketverkauf“, den Umstand, dass „Gelder bei PayPal seit November zurückgehalten“ worden seien, und den unerwarteten Absprung eines Investors an. Allein letzteres reiße eine Finanzlücke von etwa 1,5 Millionen Euro, sagte der 36-Jährige im Gespräch mit der NWZ. „Das ist das Schlimmste, was im Vorfeld hätte passieren können.“ Der Investor, den Meiners nicht konkret benennt, sei wegen fehlender Liquidität abgesprungen.

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Derzeit prüfe er mit seinem Team, ob und wie eine Rückerstattung der verkauften Tickets möglich sei, sagte Meiners. „Das wird ein paar Tage dauern. Ich kann den Unmut verstehen, dass wir da so schnell noch keine Antwort haben.“ Knapp die Hälfte der möglichen Kapazitäten sei verkauft worden, eine Auslastung von 80 Prozent aber nötig gewesen, um das Tabularaaza finanzieren zu können.

Der Finanzdienstleister Paypal wollte sich gegenüber unserer Redaktion zwar zum konkreten Fall nicht äußern, eine Sprecherin teilte aber mit: „Grundsätzlich kann PayPal unter bestimmten Umständen Maßnahmen auf Konto- oder Transaktionsebene ergreifen. Diese Maßnahmen werden zum Schutz von Käufern und Verkäufern durchgeführt.“ Laut Meiners hat Paypal seit November etwa eine Million Euro eingefroren, die erst kurz nach dem Festival ausgezahlt werden sollten.

2019 hatte es ein erstes TabulaRaaza-Festival gegeben. In diesem Jahr sollte eine Neuauflage erfolgen.

FESTIVAL BEI OLDENBURG TabulaRaaza abgesagt

Markus Minten
Oldenburg

Das Festival sollte mit jeweils 30.000 Besuchern an den beiden Wochenendtagen sowie Tausenden beim Kids-Festival am Freitag und Stars wie Sido, Scooter, Amigos, Torfrock, Dieter Bohlen, Philipp Dittberner, Moonbootica, Beatrice Egli, Lord of the Lost und anderen ein breites Publikum ansprechen.

2019 gab es die Erstauflage des TabulaRaaza Festivals in Wiemerslande.

FESTIVAL BEI OLDENBURG So reagieren die Tabularaaza-Fans auf die Absage

Anna-Lena Sachs
Oldenburg

Vor allem aber lokale Künstler hätten bereits angekündigt, auf ihre Gagen zu verzichten, berichtet Meiners. Die meisten Honorare wird der Veranstalter dennoch zahlen müssen – dann nur eben nicht mehr als Honorar, sondern als Vertragsstrafe. Die Höhe ist üblicherweise die gleiche. Grundsätzlich könne das Festival zwar noch gerettet werden, dafür brauche es aber eben einen neuen Investor und das extrem schnell, so Meiners. Die Absage hatte in den sozialen Medien großes Echo hervorgerufen, viele Nutzer bekundeten Verständnis und Mitgefühl.

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Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
Lasse Deppe
Lasse Deppe Mitglied der Chefredaktion (Lokales)