„Ausgeparkt: Autofahrer kracht in Elektronikgeschäft“ (Ð  vom 15. November)

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welchen Tenor die Berichterstattung über diese Art von Verkehrsunfällen hat: Man gewinnt gewissermaßen den Eindruck, dass es sich doch um durchaus drollige und zum Schmunzeln anregende Anekdoten handelt, wenn ein älterer Fahrzeugfahrer mal wieder Gas und Bremse verwechselt und dann spektakulär durch Schaufenster, Autowaschanlagen und Ähnliches rauscht.

So lustig ist das Ganze aber mit Sicherheit nicht: Mit der Überalterung unserer Gesellschaft geht auch eine Überalterung der Verkehrsteilnehmer einher, über die man nicht so einfach hinwegsehen kann. In amtlichen Unfallstatistiken wird stets darauf verwiesen, dass jüngere Verkehrsteilnehmer einen Großteil der Fahrzeugunfälle verursachen und die ältere Generation doch in der Regel so umsichtig und unfallfrei fährt. Unberücksichtigt bleibt hierbei allerdings, dass viele Unfälle erst gar nicht in den Statistiken auftauchen, weil a) der Schaden bei kleineren Unfällen gerne vor Ort beglichen wird (...) und weil man b) überhaupt nicht zwischen aktiv und passiv verursachten Verkehrsunfällen differenziert. Denn was sich so manch älterer Verkehrsteilnehmer auf den Straßen leistet, ist einfach haarsträubend und zudem gefährlich. (...)

Was in anderen europäischen Ländern (z.B. in Holland) schon seit Jahren gesetzlich geregelt ist, darf auch in Deutschland künftig kein Tabuthema mehr sein: Die regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfung für Senioren ab einem bestimmten Alter. Eine solche Maßnahme ist mit Sicherheit nicht nach dem Geschmack der Automobilindustrie, doch es gelten hier doch wohl im Sinne der allgemeinen Straßenverkehrssicherheit andere Prioritäten.

Ulrich Barr, Oldenburg