Oldenburg - Für etwa zehn Minuten ist der Strom in der Nacht zum Mittwoch in mehreren Tausend Haushalten in Oldenburg ausgefallen. Dafür verantwortlich war ein Kran, der an der Holler Landstraße zu nah an eine Hochspannungsleitung gekommen war und den Ausfall dadurch verursacht hatte.
Innenstadt betroffen
Wie Volker Diebels von EWE-Netz am Mittwoch bestätigte, sei durch die Störung im Netz des Betreibers Avacon die Stromzufuhr des Umspannwerks Oldenburg-Mitte an der Brüderstraße um kurz vor 1 Uhr nicht mehr gewährleistet gewesen. Sowohl die Innenstadt als auch Teile des Ziegelhof- und Bürgereschviertels werden von dem zentralen Umspannwerk mit Strom versorgt und waren von dem Ausfall betroffen. Glücklicherweise konnte die Stromversorgung innerhalb kürzester Zeit wieder hergestellt werden. „Wir haben in Oldenburg ein engmaschiges Netz und konnten die Versorgung über andere Umspannwerke vornehmen“, sagte der Sprecher.
Kurzschluss verursacht
Verursacht wurde die Störung durch den Kran eines externen Unternehmens, der im Auftrag des Speditions-, Transport- und Logistikdienstleisters DB Schenker im Einsatz war, um eine verrutschte Wechselbrücke anzuheben. Weil der Kran in die unmittelbare Nähe der 110-kv-Stromleitung von Avacon kam, wurde ein Kurzschluss verursacht, der schließlich zu dem Ausfall führte. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage.
Thorsten von Neubeck, Sprecher des Verteilnetzbetreibers Avacon, erklärte, dass es zu keinen weiteren Schäden gekommen sei. Da große Teile der Oldenburger Innenstadt an das betroffene Umspannwerk angeschlossen sind, hätte ein Ausfall zu einer anderen Tageszeit vermutlich gravierendere Auswirkungen gehabt, sagte EWE-Netz-Sprecher Diebels. „Wir haben in Oldenburg sieben Umspannwerke. Wenn es zu Störungen kommt, können wir schnell umschalten und so verhindern, dass ganze Stadtteile für längere Zeit ohne Strom sind“, so der Sprecher.
In einer ersten Meldung bestätigte die Polizei am Mittwochmorgen, dass das Lagezentrum der Polizei in der Nacht zum Mittwoch auf Notstromaggregate hatte umstellen müssen. Dadurch seien jedoch „nicht einmal die Rechner ausgegangen“, so der Sprecher.
Nur wenige Ausfälle
Laut Angaben von EWE-Netz beträgt die durchschnittliche Ausfallzeit pro Jahr und Kunde nur 3,6 Minuten. Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche Ausfallzeit in Deutschland bei rund 11 Minuten. Dieser gute Wert liege am Verkabelungsgrad, so Diebels. „Von den 80 000 Kilometern Leitungslänge im Ems-Weser-Elbe-Raum verlaufen annähernd 100 Prozent unter der Erde und sind so besonders vor der Witterung geschützt“, heißt es. Hinzu kommt das engmaschige Netz, das wie in diesem Fall ein schnelles Umschalten auf andere Leitungen ermöglicht.
