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Theaterpremiere in Oldenburg Schauspielgruppe zeigt, was passieren kann, wenn der Hass überkocht

Chelsy Haß
Schwarz wie das Gefühl des Hasses: 13 junge Schauspielerinnen und Schauspieler haben sich mit dem Thema Hass auseinandergesetzt. Daraus ist ein Theaterstück entstanden.

Schwarz wie das Gefühl des Hasses: 13 junge Schauspielerinnen und Schauspieler haben sich mit dem Thema Hass auseinandergesetzt. Daraus ist ein Theaterstück entstanden.

Jugendkulturarbeit

Oldenburg - Die allermeisten Menschen kennen das Gefühl. Oftmals entwickelt es sich ganz langsam, manchmal sprudelt es nur so heraus – Hass. Egal ob eine unglückliche Beziehung, Streit mit Familienmitgliedern, Gewalterlebnisse oder Unzufriedenheit mit sich selbst. Der Hass kann in vielen Facetten des Lebens eine Rolle spielen und unerträglich werden.

Doch wie wirkt sich der Hass auf das Zusammenleben verschiedener Menschen aus und welche Schäden richtet er an? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich 13 junge Menschen des Theaterjugendclubs des Vereins Jugendkulturarbeit in Oldenburg auseinandergesetzt. Über einen Zeitraum von etwa neun Monaten ist dabei das Theaterstück „Ich weiß, was du letzte Nacht getan has(s)t“ entstanden. Erstmals aufgeführt wird es an diesem Mittwoch, 29. Juni, ab 20 Uhr im Theater k der Kulturetage.

Selbst erarbeitet

In knapp 60 Minuten setzen sich die 15 bis 22 Jahre alten Schauspielerinnen und Schauspieler, die das Stück geschrieben und konzipiert haben, auf der Bühne mit dem Thema auseinander. „Das hat uns immer wieder an unsere Grenzen gebracht. Denn nicht wenige von uns haben beispielsweise schon mal Selbsthass gespürt“, sagt Anastasia, eine der Schauspielerinnen. Die Gruppe will zeigen, was hinter diesem Gefühl steht, wie es sich langsam aber sicher entwickelt und welche Negativhöhepunkte es zur Folge haben kann.

Dabei geht es auch um viele weitere mögliche Folgen des Hasses wie beispielsweise Fanatismus, Rassismus oder Demokratiefeindlichkeit. Die Schauspielerinnen und Schauspieler tauchen tief in dieses starke Gefühl ein und hinterfragen Denkweisen und Gruppendynamiken, die Menschen gegeneinander aufbringen. „Man muss sich darüber bewusst sein, dass der Hass zum Leben dazu gehört und sich niemand davon freimachen kann. Am Ende kommt es darauf an, wie man damit umgeht und wie Menschen wieder zueinander finden können“, erklärt Hannah, die ebenfalls mitspielt.

Präsentes Thema

Im Laufe des Theaterstückes schlüpfen die Jugendlichen in verschiedenste Rollen. Dabei ist der rote Faden, der sich durch die Vorführungen zieht einfach: Von der Dämmerung geht es über in die kalte dunkle Nacht, die den Nebel weckt und alle positiven Gefühle überdeckt. Einige Charaktere stürzen sich begeistert hinein und geben sich dem Hass hin. Andere versuchen sich dagegen zu wehren, gegen das Drücken, Pressen, Stechen, das immer stärkere Ziehen, das jeden vernünftigen Gedanken zur Seite fegt.

Schnell ausgebucht

Wie aktuell und präsent das Thema ist, habe die Theatergruppe bei der Bekanntgabe der Aufführungstermine gemerkt. „Wir waren sehr schnell ausgebucht. Der Inhalt unseres Stück scheint wirklich einen Nerv getroffen zu halten“, sagt Gina Schumm, Leiterin des Jugendclubs.

Wer sich das Stück „Ich weiß, was du letzte Nacht getan has(s)t“, trotzdem anschauen möchte, kann das während der Jugendtheatertage in Oldenburg tun. Im Rahmen dieser Veranstaltung führt die Gruppe das Stück am Mittwoch, 6. Juli, ab 18 Uhr in der Exerzierhalle, Johannisstraße 6, auf. Karten kosten fünf Euro und sind beim Oldenburgischen Staatstheater, Theaterwall 28, telefonisch unter 0441/2225111 oder online erhältlich unter:

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