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Wildtiere Werden Zum Problem Tierheim Oldenburg päppelt Fledermäuse auf

Nordmoslesfehn - Ihr Ruf ist zurzeit nicht der beste, sie gelten als Überträger des Corona-Virus, als Blutsauger sowieso. Dabei sind die fliegenden Säuger ausgesprochen nützliche Tiere, jagen Insekten, die sie abends und nachts meist im Flug erbeuten. Ein tolles Naturschauspiel, das sich über Wiesen, Seen und Flüssen (beispielsweise in der Haarenniederung) beobachten lässt. Und vor allem: Alle 21 in Deutschland lebenden Arten sind streng geschützt.

Völlig erschöpft

Vor einigen Tagen sind drei junge Zwergfledermäuse im Tierheim gelandet, die versehentlich in ein Wohnhaus in Apen/Augustfehn geflogen waren. „Völlig erschöpft“ seien sie gewesen, berichtet Frank Lorenz von der Fledermaus-Arbeitsgruppe im Naturschutzbund Oldenburg. Sie wurden ins städtische Tierheim an der Nordmoslesfehner Straße gebracht, wo sie nach kurzer Erstversorgung von einer Mitarbeiterin der Fledermaus-AG in Empfang genommen wurden, die sie zuhause aufpäppelte und nach wenigen Tagen wieder in die Freiheit entließ. „Dazu braucht man viel Erfahrung und Wissen“, warnt Lorenz Mitmenschen, die sich daran nicht selbst versuchen sollten.

Den Tieren wurde mit einer Pipette Wasser gegeben und sie wurden auf Ungeziefer, beispielsweise Milben, untersucht. Zwei bis fünf Tage dauere die Pflege, dann habe man die jungen Fledermäuse wieder in die Freiheit entlassen können.

Die Vermehrung der Tiere ist ein Phänomen in der Natur. Die Paarungszeit ist im Herbst in bestimmten Quartieren, erklärt Lorenz. Dann begeben sich die Tiere in die Winterruhe und die Weibchen bewahren das Sperma der Männchen in dieser Zeit in sich auf. Anfang März werden die Fledermäuse wieder aktiv und beginnen zu fressen. Dann entscheiden die Weibchen über den Zeitpunkt, an dem sie befruchtet werden wollen, meist Ende März/Anfang April. Nach einigen Wochen werden die Jungen geboren, die dann Ende Mai/Anfang Juni ausfliegen und auf sich allein gestellt sind. Die Zeitangaben und die Dauer der Entwicklungsphasen können je nach Witterung und Nahrungsangebot variieren.

Immer mehr Wildtiere

Die kurzzeitige Aufnahme der für ein Tierheim exotischen Fledermäuse wirft ein Licht auf eine Entwicklung, die sich dort in den vergangenen Jahren verfestigt hat. Immer mehr Wildtiere werden abgegeben, die in der freien Natur gefunden werden. „Meist sind es Jungtiere, mit denen die Leute vor unserer Tür stehen,“ sagt Tierpflegerin Daniela Meyer. Oftmals beginnt damit für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen eine sehr anstrengende Zeit. Die Zöglinge müssen mit nach Hause genommen werden, weil sie rund um die Uhr versorgt werden müssen. Extrem pflegebedürftig sind beispielsweise Eichhörnchen-Junge. „Sie müssen alle eineinhalb bis zwei Stunden mit einer Flasche gefüttert werden. Zudem muss der Magen-Darm-Trakt massiert werden, um die Verdauung in Schwung zu halten. Erst nach zehn Wochen können sie in die Auswilderungsvoliere kommen und dann in die Freiheit entlassen werden“, berichtet die 31-Jährige. Im Tierheim werden zudem auch kleine Blaumeisen, Drosseln oder Rabenvögel abgegeben.

Eigentlich gehören sie dort nicht hin. Den Findern rät die Tierexpertin dringend, die Jungtiere erst einmal in Ruhe zu lassen. Jungvögel werden auch nach Verlassen des Nestes von ihren Eltern weiter versorgt. Und auch mit einem Gerücht räumt sie auf: „Wenn Vögel von Menschen angefasst worden sind, werden sie wegen des Geruchs nicht von ihren Eltern verstoßen.“

Die 31-Jährige rät dazu, sich telefonisch Rat bei Experten einzuholen, bevor die Tiere eingepackt und zum Tierheim oder anderswo hingebracht werden. Und in der Brut- und Setzzeit sollten auf keinen Fall Hecken geschnitten werden. Die Gefahr, Nester zu zerstören und die Küken zu vertreiben, sei groß.

Abgegeben im Tierheim wurde kürzlich aber auch ein zahmes Kaninchen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wunderten sich, dass es immer dicker und dicker wurde. Eines Tages lagen zehn Junge im Stall.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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