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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Bunte Graffiti gegen grauen Beton

30.05.2017

Oldenburg Wer bei der Auftaktveranstaltung zum Pilotprojekt „Brücken-Kunst“ unter der Autobahnbrücke am Westfalen- und Niedersachsendamm dabei war, muss eine Lanze für die „Sprayer-Gemeinschaft“ brechen. Wurden die Graffitis vor einiger Zeit nur als „Schmierereien“ bezeichnet, wird es in Oldenburg in Zukunft ganz anders aussehen.

Rund 50 Konzeptkünstler haben sich auf Geheiß vom Präventionsrat Oldenburg und „Probierwerk Oldenburg“ zusammen getan, um 1000 qm graue Wände unter der Autobahn A 28 kunstvoll zu besprühen. Legal. Bis zum Abend sind viele kunstvolle Graffitis in leuchtenden Farben von weither zu sehen.

„Die ersten Ideen dazu kamen schon vor 20 Jahren, als ich noch Jugendpfleger war“, sagt Heinz Backhaus (SPD). Nun, was lange währt wird endlich gut. Renke Harms (24) vom „Probierwerk Oldenburg“ hat zusammen mit Melanie Blinzler vom Präventionsrat die Sache in die Hand genommen, Sponsoren gewonnen und die Graffiti-Künstler herbeigeschafft. Ziel ist es, die tristen grauen und ungenutzten Wand-Flächen der Brückenträger mit Graffitis zu verschönern.

Nicht alle Künstler sind gesprächsbereit. „Wir möchten nicht in die Zeitung“, heißt es hier und da. Eine Bescheidenheit, die man sonst in der Kunst seltener hört. Überall strömt der Geruch von Acryl- und Lackfarben in der Luft. Dazu hört man Hip Hop, Heavy Metal und Funk aus Radios. Im Original liefert die Gruppe „Permanent Aktiv“ House- und Techno-Klänge.

Name als Markenzeichen

Ingo Soup ist einer der wenigen, der sich mit vollen Namen nennt. Alle anderen haben nur Vor- oder Künstlernamen, den sie als Markenzeichen in jedes Graffiti einbauen. Und drum herum entstehen farbenfrohe Motive.

Soup kommt mit Freunden aus Schwerin und findet Oldenburg sprayertechnisch besser als Schwerin. Er ist von Moe nach Oldenburg geholt worden. Moe, der aus familiären Gründen nach Schwerin gezogen ist.

Moe hat seinen Künstlernamen in ein „tierisches Trio“ eingearbeitet. Er vermisst noch mehr überdachte Flächen in Oldenburg. Espast will seinen Namen buchstabieren: „Beim Graffiti spielt aber die Rechtschreibung keine Rolle“, sagt der Künstler, der seit 20 Jahren überall in Deutschland und in Barcelona arbeitet.

Peron ist durch die Welt getourt und fand es in Australien am schönsten. „Die Möglichkeiten zum sprayen werden in Oldenburg immer besser“, sagt der Kunstjünger. Er möchte gern, dass die Stadt die Wand am Bahnhof für Graffitis freigibt. „Die sind schön hoch und glatt“, sagt er.

„Aus grau wird bunt“

„Graffiti ist inzwischen zu einer bedeutenden Kunstform avanciert“, sagt Melanie Blinzler vom Präventionsrat Oldenburg. „Wo es sich um Sachbeschädigung handelt, muss es schnell beseitigt werden, aber legal gesprayt ist es eine tolle Sache“, so die Geschäftsführerin. „Aus grau wird bunt“ sagt Renke Harms. „Wir wollen die Veranstaltung jährlich wiederholen“, verspricht der Organisator. „Wir sind froh, dass wir im „Probierwerk Oldenburg“ einen Partner für diese Kunstform gefunden haben“ meint Wilken von der Stadt. Die Motive sollen stadtteil-prägend sein.

Für„Ungelernte“ gab es „Try out (versuche es) Workshops“ und „Workshops 4 kids“. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Bei positiver Resonanz wird es auf das Stadtgebiet ausgedehnt.

Der künstlerische Leiter der diesjährigen dokumenta 14, Adam Szymczyk, sagte bei der Eröffnung in Athen: „Wir müssen Kunst neu lernen“.

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