Oldenburg - Zwei Tage lang hatten Tierfreunde die Möglichkeit, sich in den Weser-Ems-Hallen über Haustiere aller Art zu informieren. Die Fülle attraktiver Angebote und Informationen war groß.

Hunde können hervorragend riechen. Eine Fähigkeit, die sich die Medizin immer mehr zunutze macht – zum Beispiel bei Diabetes. Hunde werden darauf abgerichtet, dass sie Patienten bei Blutzuckerschwankungen direkt alarmieren – durch Bellen, Anstupsen oder Kratzen. Die Tiere nehmen Veränderungen im Körpergeruch wahr, noch bevor der Patient spürt, dass etwas nicht in Ordnung ist.

„Diese Methode kam aus den USA und wird auch in Deutschland schon etwa 15 Jahre genutzt“, berichtet Michaela Ristau. „Die Nachfrage nach dieser Unterstützung steigt“, berichtet die Hundeerzieherin (Hatten). Sie berät Patienten, die einen Anzeige-Hund einsetzen wollen.

Wer noch nie Fauch-Schaben gesehen hat, kann sich bei Jennifer, 14, und Daria, 13, schlau machen. Die Schülerinnen vom Schulzentrum Saterland stellen das Schulvivarium vor. Unter Anleitung von Fachlehrer Florian Häselbarth beschäftigen sich Schüler nicht nur mit Tieren, sondern halten selbst auch verschiedene Exemplare – im Schulgebäude. „Wir sprechen im Biounterricht darüber. Wir haben einen Plan aufgestellt, wer von uns mit der Pflege dran ist“, sagt Jennifer und versichert: „Die Tiere werden bei uns artgerecht gehalten.“

 Dass der Mensch seit etwa 100 Jahren Hunde als Lebensretter einsetzt, erfahren Besucher bei der Rettungshundestaffel Wilhelmshaven-Friesland. Ausbildungsleiter Heinz Bohn berichtet, wie Sanitätshunde zum Aufspüren von Verletzten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges eingesetzt wurden. Heute suchen Hunde Demenzkranke, die das Haus verlassen haben, Verbrecher oder Suizid-Gefährdete. „Natürlich auch bei Katastrophen“, erzählt Bohne und berichtet, dass Rettungshunde in Mexiko seit einem Erdbebeneinsatz liebevoll „Lebensretter auf weichen Pfoten“ genannt werden.

 Nicht nur Menschen werden immer älter, sondern auch Tiere. Tierärztin Dr. Ruth Schmitte berichtet von einem wachsenden Bedarf an tiermedizinischer Betreuung. „Gefühlt hat die Heimtierdichte zugenommen“, erzählt die Ärztin einer Oldenburger Tierklinik. „Und Tiere leben dank guter Pflege und Ernährung immer länger.“ Von Impfungen über Husten, Schnupfen, Durchfall, Unfallverletzungen bis zu Kaiserschnitten reicht ihr Arbeitsspektrum.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)