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Tradition Auch in Oldenburg wird ins Jagdhorn geblasen

Neun Personen sitzen um ein paar zusammengeschobene dunkle Tische. Vor ihnen liegen Zettel mit Noten - Ganze, Halbe, Viertel. Dazu Erklärungen und Platz für Notizen. Überdies stehen etliche Trinkflaschen auf den Tischen. Und das Wichtigste für heute Abend: Jagdhörner.

Es ist Freitagabend 19 Uhr. Aus dem Dorfgemeinschaftshaus in Ahlhorn sind trompetenartige Klänge zu hören, dazwischen stets die Stimme des Kursleiters Michael Peißig. Der 49-jährige Inhaber eines Kfz-Betriebes leitet einen Anfängerkurs im Jagdhornblasen. An insgesamt 15 Freitagen wird er neugierigen Anfängern alles rund um das Jagdhorn näherbringen.

Er selbst kam vor fünf Jahren über die Jägerei zum Jagdhornblasen und frönt diesem Hobby seither mit großer Leidenschaft. Diese Begeisterung möchte er mit anderen teilen, auch denjenigen, die nichts mit dem Jagdwesen zu tun haben.

Jagdhorn als Resonanzraum

„Merkt Euch: das Horn selbst erzeugt keinen Ton, es überträgt diesen. Töne werden mit den Lippen erzeugt“, erklärt Peißig.

Der spezielle Aufbau eines Hornes lässt dieses zum Resonanzraum werden.

130 Zentimeter Messingrohr gewunden zu einem Horn, umwickelt mit Lederbändern und Trichtern in glänzend und matt. Optional auch mit Ventilen.

„Man muss erkennen, dass nach dem ersten Ton etwas an der Zungenstellung und Lippenspannung verändert werden muss“. Bilder von Röntgenaufnahmen verschieden gespielter Töne, zeigen deutlich, dass die Zunge und Lippen ihre Position verändern. Am Ende der Stunde haben alle Teilnehmer geschafft einen Ton zu erzeugen.

Angebot für Anfänger

In Oldenburg wird ebenfalls wöchentlich ein Anfängerkurs angeboten. Geleitet wird dieser von Hans Rieger, der mit der Jagd aufgewachsen ist. Im Jahre 1965 habe er einen Jagdschein erworben. In das Bläsercorps Oldenburg sei er noch ein Jahr früher eingetreten. 1985 habe Rieger dann das Jagdhornbläsercorps Hubertus Oldenburg gegründet, in dem es schon immer mehr Damen und Herren gegeben habe und das zeitweise über 25 Mitglieder gehabt hätte. Darüber hinaus seien unter seiner Leitung schon 1980 die Tradition der Hubertusmessen in Oldenburg entstanden.

„Eine Jagd ohne Horn ist für mich eine taube Jagd“, sagt er. Dennoch müsse man nicht blasen können um zu Jagen und andersherum. In seinem Kurs sei jeder herzlich Willkommen. „Ich empfehle, die Anschaffung eines gebrauchten Hornes, zum Beispiel eines Jägers. Ich finde, die alten Hörner klingen einfach schöner“, sagt Rieger lächelnd.

Er würde sich über neue Leute im Kurs freuen, das Jagdhornblasen habe heute weniger Zulauf. „Musik allgemein wird heutzutage mehr konsumiert als selbst gemacht. Dabei ist das Erlernen des Jagdhornes unter guter Anleitung gar nicht so schwer“.

Anmeldungen unter hansriegerol@t-online.de oder Telefon 01733878096

Lisa Kim Hentschel
Lisa Kim Hentschel Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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