Oldenburg - An den Gemeindekirchenrat der ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg und den Oberkirchenrat ist der Brief adressiert, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kita „Anton Budelmann“ und der Kindergärten Schützenweg, Schulweg, Blumenstraße sowie Eupener Straße geschrieben haben. Sie sind enttäuscht über die Gespräche und das Vorgehen der Pastoren und des Vorstands.
Die Kirchengemeinde wird die Trägerschaft für ihre fünf Einrichtungen abgeben (wir berichteten). Eine Entscheidung darüber, welcher neue Träger (Ekito oder Johanniter) es werden soll, wird an diesem Mittwoch, 21. Juli, auf der Sitzung des Gemeindekirchenrats getroffen. Grund seien die Aufgaben in der Verwaltung und Qualitätsansprüche, die immer weiter steigen würden und in der Kirchengemeinde von Ehrenamtlichen übernommen werden. Mehrfach, so die Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, habe es Gespräche mit Einrichtungsleitungen, Mitarbeitern und Eltern über den bevorstehenden Trägerwechsel gegeben.
Keine Partizipation
In dem Brief an den Gemeindekirchenrat heißt es jedoch, im Vorfeld der Entscheidung seien Gespräche ohne die rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geführt worden. „Wir wurden erst informiert, nachdem die Termine zur Übernahme gesetzt waren“, liest sich in dem Brief. Das sei weder offen, noch demokratisch, noch habe das etwas mit Partizipation zu tun – „Begriffe, die im Bildungsplan des Kindergartens verankert sind“, schreiben die Mitarbeiter.
Zuletzt habe es eine Verwaltungsstrukturreform gegeben. „Als Ergebnis gab es aus unserer Sicht immer mehr Stellen beim Oberkirchenrat und immer weniger in der eigentlichen Verwaltung“, schreiben die Mitarbeiter. So sei auch immer mehr Verantwortung an die Kirchenältesten und Pastoren abgegeben worden. Sie fragen sich, ob es Absicht gewesen sei, die Anliegen der Kindergärten nicht ernst zu nehmen. Denn seit Jahren habe man keinen Überblick über die Finanzen in den Kindergärten. „Es wäre schön gewesen, uns mit ins Boot zu holen“, heißt es. So hätten die Leitungen der Kindergärten die Ehrenamtlichen entlasten können. „Die Ehrenamtlichen haben uns die Heimat in unserer Kirche entzogen und uns deutlich gemacht, dass wir nicht dazugehören“, schreiben sie. Viele Mitarbeiter seien enttäuscht und verunsichert.
Glaubhaftigkeit wackelt
„Unsere einzige Forderung an Sie als Träger wäre, die Entscheidung am 21. Juli nicht zu erzwingen, sondern sich Zeit zu nehmen, um mit uns die Optionen zu besprechen und zu klären“, heißt es weiter. Zeit solle sich für offene Fragen genommen werden, die für die Zukunft der Mitarbeiter existenziell seien. Man habe gelernt, dass sich die Kirche ändere: „Die Glaubhaftigkeit der Verantwortlichen wackelt. Das Handeln und das gesprochene Wort passen nicht zueinander. Ist das die neue Zukunft?“, fragen die Mitarbeiter.
