Oldenburg - „Erst hatte ich Schwierigkeiten, so fein zu arbeiten“, lacht Jörg Bremann. Bei seiner Ausbildung zum Metallfeinbearbeiter habe er oft bis auf den Millimeter genau arbeiten müssen. Jetzt, im Unternehmen Drinkuth in Oldenburg, arbeitet der 22-Jährige im Metallbau, was grober ist und ihm gut gefalle. Das Metallbau-Unternehmen übernahm ihm nach einem Praktikum, dass er im Rahmen seiner Ausbildung absolvierte. „Ich war früher schon immer ein Bastler“, berichtet Bremann. An den Berufsbildenen Schulen in Rostrup besuchte er den Fachbereich Metalltechnik, was das Interesse an dem Material weckte.
Einstieg in den Arbeitsmarkt
Seine Ausbildung absolvierte er bei aqua (Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit). „Ich habe Schwierigkeiten beim Lernen“, berichtet Bremann. Der Ausbildungsbereich der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg habe ihm mehr Möglichkeiten geboten, sich unterstützt auf Prüfungen vorzubereiten. „Wir unterstützen junge Menschen mit Lernschwierigkeiten, Förderschulabschluss oder ohne Schulabschluss“, erläutert Lehrkraft Leonie Rüdebusch. Die dreijährige Ausbildung zum Metallfeinbearbeiter findet in der Werkstatt bei aqua statt. Auch eine Ausbildung zum Werker im Gartenbau wird angeboten. Jedes Jahr ist ein zehnwöchiges Praktikum in einem Betrieb eingeplant. Die Pädagogen unterstützen die Azubis beim Lernen für die Berufsschule. So soll den jungen Menschen der Einstieg in den Arbeitsmarkt als Fachkräfte erleichtert werden. „Da wir Personen dabei haben, denen das Lernen schwer fällt und damit auch keinen Spaß macht, ist es wichtig, sie zu begleiten und zu motivieren“, erläutert Rüdebusch. Abgesehen von der Ausbildung bieten sie für ihre Schützlinge auch sozialpädagogische Unterstützungen an und sind damit ein fester Ansprechpartner für Belange wie Wohnortsuche, Amtsbesuche und weitere Herausforderungen.
Interesse an Azubis steigt
Das Interesse der ansässigen Unternehmen an den Azubis von aqua steige. Über die zehn Jahre, in denen es das Ausbildungsangebot mittlerweile gibt, seien zum Teil langlebige Kooperationen entstanden. „In den Praktikumsbetrieben treffen wir oft auf ehemalige Auszubildende“, beschreibt Sozialpädagoge Henning Brinkmann. Es bestehe ein Fachkräftemangel, besonders auch in den Bereichen Garten- und Metallbau. Rüdebusch und Brinkmann können stolz sagen, dass der Großteil ihrer Schützlinge nach der Zeit bei aqua einen Arbeitsplatz finden. Oftmals, weil sie die Unternehmen, in denen sie ihre Praktika absolvieren, von sich überzeugen konnten.
Bremann seinerseits ist sehr froh über seine Ausbildung. „Ich kann es jedem empfehlen, der Schwierigkeiten mit dem Lernen in Betrieb oder Schule hat.“
Für die beiden Berufe Metallfeinbearbeiter und Werker im Gartenbau seien noch Ausbildungsplätze frei. Interessierte können sich bei aqua unter den Telefonnummern 3405676 oder 3405675 melden.
