Oldenburg - Mit Ankunft der Kriegsflüchtlinge in Oldenburg nehmen in dieser Woche die ersten Kinder aus der Ukraine am Unterricht an den Schulen teil. An der Grundschule Heiligengeisttor sind bereits vier Kinder angemeldet, die in Privathaushalten untergebracht sind. „Es ist gut, wenn die Kinder schnell in die Schule gehen und neue Eindrücke bekommen“, sagt Rektorin Karin Luhn. „Sie wurden von den übrigen Kindern unglaublich lieb aufgenommen. Unsere russischen Schüler haben sich sehr bemüht, zu helfen und zu dolmetschen.“ Bereits ab nächster Woche würden zudem russischsprachige Studenten den Kindern beim Alltag in der Schule helfen. „Man kann aber gut beobachten, dass Grundschüler sich auch so verstehen. Wir sind eine multikulturelle Schule und profitieren von unseren Erfahrungen aus den letzten Flüchtlingswellen“, so Karin Luhn.
Kinder helfen Kindern
An der Grundschule Nadorst sind bisher zwei Kinder angemeldet. „Bei einem Kind muss noch geklärt werden, ob es direkt an eine weiterführende Schule kommt“, erklärt Schulleiterin Sabine Stehno. „Ein weiteres Mädchen geht nun in die zweite Klasse. Wir schauen jetzt erst einmal, dass sie nicht den ganzen Tag im Unterricht sitzt. Das wäre in einer fremden Sprache zu viel. Wir haben auch noch nicht gewagt zu fragen, was das Kind im Krieg erlebt hat.“ Und auch an der Grundschule Nadorst helfen die russischen Schüler den ukrainischen Neuankömmlingen. „Das ist rührend zu sehen. Da wachsen manche Kinder richtig über sich hinaus“, beschreibt Sabine Stehno. Sie beobachte, dass Kinder die Sprachbarriere viel einfacher überwinden würden als Erwachsene. Ein Problem sei, dass in der Ukraine zunächst nur die kyrillische Schrift gelehrt werde, die lateinischen Buchstaben kämen in der dritten Klasse dazu. Das erschwere den Deutschunterricht. In Mathe hingegen seien die Schüler teilweise weiter im Stoff als in Oldenburg. Die Landesschulbehörde und die Stadt Oldenburg würden bei der Organisation bisher sehr gut unterstützen. „Wir haben schnell ein iPad mit Sprachlernprogrammen und Begrüßungshefte bekommen“ , lobt Sabine Stehno.
169 Kinder registriert
Die Stadt Oldenburg hat unterdessen für die Schulplatzvergabe von Kindern und Jugendlichen ein Formular auf der Internetseite eingerichtet. „Kinder im Grundschulalter können aber auch ohne vorherige Registrierung direkt an der Grundschule im Schulbezirk des Wohnortes angemeldet werden“, erklärte Stadtsprecher Stephan Onnen. Die Verteilung auf die Schulen werde ansonsten im Amt für Schule und Bildung koordiniert. Dabei würden neben den Kapazitäten der Schulen auch die Wohnortnähe und, soweit bekannt, der Leistungsstand der Kinder berücksichtigt. Auch organisatorische Fragen wie die Raumausstattung, Schülerbeförderung oder Schulverpflegung müssten noch geklärt werden. Bisher sind von der Stadtverwaltung 169 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter registriert worden. An den Oberschulen gab es bisher noch keine Anmeldungen von Schülern.
