Oldenburg - Noch sind es nur die kahlen Wände und Decken eines Rohbaus. Doch Ende des Jahres soll am Uhlhornsweg ein hochmodernes Forschungs- und Trainingszentrum Sport der Universität Oldenburg. Damit endet dann eine vor sechs Jahren begonnene Planung, die helfen soll, den großen Flächenbedarf einer „erfreulich dynamischen Entwicklung“ zu decken, wie Vizepräsident Jörg Stahlmann beim Richtfest betonte.
Was wird gebaut ?
Auf 660 Quadratmetern sollen neben dem Fitness- und Gesundheitszentrum laut Cristina von Pozniak-Bierschenk, Leiterin des Staatlichen Baumanagements Region Nord-West, „modernste Bedingungen für die Lehre und Forschung“ entstehen. So sollen unter anderem groß- und kleinmotorische Forschungslabore das Angebot des Instituts für Sportwissenschaften auf ein neues Niveau heben.
Gemeinsam mit Handwerkern wurde das Richtfest des neuen Forschungs- und Trainingszentrums Sport der Universität Oldenburg gefeiert.
Hauke-Christian Dittrich
Sascha von Nethen und Julia Mönnich (beide Haskamp Fassadentechnik) betrachten die Baupläne. Foto: Hauke-Christian Dittrich
Hauke-Christian DittrichWer nutzt den Bau ?
Im Gebäude sollen zwei unterschiedliche Nutzungen vereint werden, die sich hinsichtlich ihrer akustischen Grundvoraussetzungen deutlich voneinander abgrenzen: der Bereich Hochschulsport mit lauten bewegungsintensiven Kursen und die Sportwissenschaften mit Laboren, in denen unter anderem schall- und vibrationsempfindliche Messungen stattfinden sollen.
Dies sei durchaus eine Herausforderung, blickt Architekt Claudius Grothoff (KBG, Oldenburg) auf die Planung des „wohltuend unaufgeregten“ Baus, der sich mit rotem Verblender optisch an die alte Sporthalle anlehne. Gelingen soll die Trennung unter anderem durch die räumliche Trennung zweier kleiner Sporthallen durch einen niedrigeren Funktionstrakt. Eine Besonderheit stellt eine überdachte Laufbahn dar, die den Studenten ermöglicht, Bewegungsabläufe im Labor zu filmen und zu analysieren.
Was kostet der Bau ?
Insgesamt investieren das Land Niedersachsen, Universität und Hochschulsport 5,7 Millionen Euro in den Neubau. Bisher sind rund vier Millionen für die reinen Baukosten verplant und die Leistungen ausgeschrieben. „Trotz der schwierigen Situation in der Baubranche liegen wir mit dem Projekt derzeit im Zeit- und Kostenrahmen“, sagte von Pozniak-Bierschenk. Aufgrund schwieriger Bodenbedingungen musste zunächst eine Tiefgründung auf 67 Pfählen mit so genannten Lastverteilbalken erfolgen. Strom wird über eine auf dem Dach befindliche Photovoltaik-Anlage (74 Kilowatt-Peak) generiert werden; überschüssige Energie soll in das Hochschulnetz fließen. Für die Universität mittlerweile Standard: Nach Auskunft von Stahlmann seien „nahezu 100 Prozent“ der geeigneten Dächer bereits mit PV-Anlagen belegt „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität“.
