Oldenburg - In diesem Wintersemester starten 1955 Studentinnen und Studenten an der Universität Oldenburg und 1279 an der Jade Hochschule in einen aufregenden Lebensabschnitt. Mit dem Beginn ihres Studiums ziehen viele von ihnen neu in die Stadt – ein nicht ganz einfaches Unterfangen, wie bei einer kleinen Umfrage unter den Erstsemestern in der Orientierungswoche deutlich wird.
Schwierige Suche
„Ich habe erst vor ein paar Tagen eine Wohnung gefunden, da hatte ich am Ende viel Glück. Die Suche war schwierig und ich habe nur wenige Antworten auf Anfragen bekommen“, erzählt Sonderpädagogik-Studentin Marie. Ähnliches berichtet ihre Kommilitonin Chantal. „Bei jeder Besichtigung waren 30 Leute. Ich habe etwas gefunden, es ist aber eigentlich zu teuer. Ich musste trotzdem zusagen, ich hätte sonst nichts bekommen“, sagt sie. Noch zu Hause bei seinen Eltern bei Vechta wohnt Biologie-Student Jannik. „Ich möchte auch nach Oldenburg ziehen, auch wenn das schwierig wird.“ Auch ein WG-Zimmer zu finden sei nicht leicht. „Wir wohnen zu siebt in einer Gemeinschaft. Ich hatte viel Glück, dass ich einen Platz bekommen habe“, berichtet eine weitere Studentin.
Semesterbeginn an der Uni Oldenburg
torsten von Reeken
Semesterbeginn an der Uni Oldenburg
torsten von Reeken
Semesterbeginn an der Uni Oldenburg
torsten von Reeken
Semesterbeginn an der Uni Oldenburg
torsten von ReekenAuch das Studentenwerk Oldenburg vermittelt Zimmer und Wohnungen an Studenten. Für einen der 1602 Plätze in den neun Wohnheimen in Oldenburg kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen. Wie lange man sich für ein Zimmer gedulden muss, sei unterschiedlich, erklärt Lena Habermann vom Studentenwerk. „Es kommt darauf an, ob man allein oder in einer Wohngemeinschaft wohnen möchte. Wenn man sich flexibler zeigt, geht es schneller.“ Für einen Einzelplatz müsse man derzeit eine Wartezeit von 18 Monaten einrechnen. „Im Moment ist alles voll vermietet“, sagt Lena Habermann.
Für Studenten und Studentinnen, die zum Start des Lehrbetriebs noch ohne Schlafplatz dastehen, gibt es einige Notbetten im Wohnheim am Johann-Justus-Weg. „Das wurde im vergangenen Jahr das erste Mal nachgefragt. Manche Studenten pendeln zur Not ein paar Wochen oder kommen auf einem Sofa unter.“
Solche Sofas in Oldenburg versucht auch der Asta, der Studierendenausschuss der Universität, zu vermitteln. „Wir haben eine Liste mit Angeboten“, erklärt Asta-Sprecher Bastian Göbbels. So könne in Härtefällen geholfen werden. Die gibt es oft bei internationalen Studenten. „Da hören wir tragische Geschichten. Anders als in vielen anderen Ländern ist der Studienplatz hier ja nicht an einen Platz im Wohnheim gekoppelt. Davon gehen manche aus“, berichtet er. Um die wohnungslosen Studenten übergangsweise unterbringen zu können, hat der Asta eine Wohnung angemietet. „Über das Portal StudIP suchen wir zusätzlich nach Studenten, die kurzfristig einen Platz auf dem Sofa frei haben“, sagt er.
Teure Mieten
Grundsätzlich sei das Wohnen für Studenten in Oldenburg ziemlich teuer. „40 Prozent ihres Geldes müssen sie im Schnitt dafür aufwenden. Das gilt als schwer belastet. Dazu kommen noch die gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation“, berichtet Bastian Göbbels. „Wir brauchen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum.“
