Oldenburg - 380 Euro: So viel müssen Studenten und Studentinnen in Oldenburg im Durchschnitt monatlich für ein WG-Zimmer auf den Tisch legen. Das ist ein Preisaufschlag von 13,4 Prozent innerhalb eines Jahres. Damit liegt Oldenburg noch weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 458 Euro. Am tiefsten in den Geldbeutel greift, wer in München studiert. Für 720 Euro im Monat kann man dort ein Zimmer beziehen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Untersuchung des Moses Mendelssohn Instituts (MMI).
Wohnen in den Einrichtungen des Studentenwerks Oldenburg ist vergleichsweise preiswert: Zwischen 196 Euro und 365 Euro (inklusive der Betriebs- und Energiekostenpauschale) kostet ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft (2er bis 12er-WG). Wer ein Einzelappartement bevorzugt, der muss 245 Euro bis 440 Euro auf den Tisch legen.
Die Mieten für ein Zimmer in einer Wohnanlage des Studentenwerks sind im Vergleich zu den vorherigen Semestern gestiegen. Die Energiepreispauschale musste zum Wintersemester 22/23 durchschnittlich um 47 Euro angepasst werden, wie Pressesprecherin Franziska Puczich mitteilt. Für 2023 versichert sie, dass es keine weiteren Anpassungen der Energiepauschale geben wird.
Wohnungsmarkt
Einen Preisanstieg vermerkt auch Fiona Kleinert, Sprecherin bei „eBay-Kleinanzeigen“: „2021 lag die Kaltmiete durchschnittlich bei 580 Euro. In den bereits vergangenen Monaten in 2023 bei 637 Euro.“
Es gibt auch gute Nachrichten, denn der Wohnungsmarkt scheint in Oldenburg laut Kleinert noch weitgehend die Waage zwischen Geboten und Gesuchen zu halten. Und das Studentenwerk teilt mit: „Wir können Studierenden, die flexibel in der Wahl der Wohnform sind, auch kurzfristig ein Angebot machen.“
Lebenshaltungskosten
Nicht nur die Mietpreise, auch die Lebenshaltungskosten sind bundesweit auf einem Rekordhoch. Die Inflationsrate wird laut dem Statistischen Bundesamt im März auf voraussichtlich 7,4 fallen, nachdem sie letztes Jahr im September bei 10 Prozent lag.
Das Internetportal „Studis-Online“ schätzte auf Grundlage der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks die gesamten Lebenshaltungskosten im Jahr 2022 auf monatlich 672 bis 1615 Euro. Für das Jahr 2020 – Pandemie und Inflation somit noch unberücksichtigt – kommt eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zu dem Schluss, dass 30 Prozent aller Studenten in Deutschland von Armut betroffen seien. 44,9 Prozent davon seien Studenten mit BAföG-Bezug.
Finanzielle Änderungen
Ein wenig Entlastung versprach die BAföG-Reform, die den Förderungshöchstsatz im vergangenen Wintersemester von 861 auf 934 Euro erhöhte. Oder doch eine wirkungslose Kleinigkeit? Das Studentenwerk denkt, die Reform war nicht ausreichend. Gefordert wird unter anderem, den BAföG-Grundbedarf sowie die Wohnkostenpauschale deutlich anzuheben.
Viele Oldenburger Studenten zeigen sich existenziell besorgt, weiß Puczich: „Derzeit kommen wieder vermehrt Studierende in unsere Studienfinanzierungsberatung, die vor der Herausforderung stehen, die wachsende Finanzierungslücke, ausgelöst durch die vielseits gestiegenen Kosten, zu schließen. Häufig fließt der Hinzuverdienst durchs Jobben in die gestiegenen Lebenshaltungskosten der Studierenden, sodass spontan auftretende finanzielle Belastungen nicht gedeckt sind.“
