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Universitätsgesellschaft Oldenburg Spitzenforschung ist weiblich

UGO-Vorsitzender Werner Brinker zeichnete (von links) Rebecca Diekmann,  Julia Tschersich und Jennifer Turner aus.

UGO-Vorsitzender Werner Brinker zeichnete (von links) Rebecca Diekmann, Julia Tschersich und Jennifer Turner aus.

Piet Meyer

Oldenburg - Die Universitätsgesellschaft Oldenburg feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Deshalb wurde der Forschungspreis der UGO zweifach ausgeschrieben, und zwar zum einen in den geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fächern (drei Nominierungen), zum anderen im Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin (vier Nominierungen). Zudem wurde der Preis für herausragende Promotion vergeben.

Mit dem „Preis für exzellente Forschung“ der Universitätsgesellschaft Oldenburg werden in diesem Jahr die Humangeographin Dr. Jennifer Turner und die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Rebecca Diekmann ausgezeichnet. Den „Preis für herausragende Promotion“ erhält die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Julia Tschersich.

Exzellente Forschung

Turner lehrt und forscht seit zwei Jahren am Institut für Sozialwissenschaften. Hier leitet sie die Forschungsgruppe „Crime and Carcerality“. Ihr Ziel ist es, die Funktionsweise von karzeralen, also einschließenden Räumen des Verbrechens zu verstehen. Ihre Arbeit stellt vor allem Räume, Praktiken und Darstellungen der Inhaftierung in den Fokus. Das Urteil der Jury war einstimmig. „Dr. Jennifer Turner gilt als Begründerin eines neuen Zweiges der Humangeographie, hat viele Preise gewonnen, viele Publikationen vorzuweisen, ist extrem gut international vernetzt und zeigt zudem ein enormes Engagement sowohl in internationalen Gremien als auch in Gremien der Universität Oldenburg sowie in der Lehre und der Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses.“

Diekmann lehrt und forscht seit 2013 am Department für Versorgungsforschung, zunächst in der Abteilung Geriatrie, seit 2016 in der Abteilung Assistenzsysteme und Medizintechnik. Dort leitet sie die Forschungsgruppe „Ernährung und Funktionalität im Alter“, die seit 2022 vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Die Jury sagt in der Entscheidung: „Besonders hervorzuheben ist die große gesellschaftliche Relevanz der Forschung, das Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs, sowie insbesondere die herausragend erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln.“

Herausragende Promotion

Tschersich befasste sich in ihrer Dissertation mit Initiativen, die Saatgut und Pflanzensorten als Gemeingut ansehen. Sie untersuchte, wie deren Aktivitäten in Deutschland, auf den Philippinen und global durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, darunter geistige Eigentumsrechte, Saatgutrecht, pflanzengenetische Ressourcen und Biodiversität. Darüber hinaus analysierte sie, wie diese Saatgut-Initiativen als „reale Utopien“ vor Ort dazu beitragen könnten, eine sozial-ökologische Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme in die Wege zu leiten. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Ernährungsrats Oldenburg und ist nun Juniorprofessorin an der Universität Utrecht in den Niederlanden. Für die Jury zeichnet sich die Promotion durch „eine hohe gesellschaftliche Relevanz und interdisziplinäre Ausrichtung aus“. Zudem wurde ein großes „außeruniversitäres Engagement“ festgestellt.

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