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Kritik vom Marburger Bund Oldenburg: Kein Geld für Grundpfeiler ärztlicher Versorgung

Hausärzte sind rar: In Oldenburg sollen zukünftig mehr ausgebildet werden – wenn das Geld dafür da ist.

Hausärzte sind rar: In Oldenburg sollen zukünftig mehr ausgebildet werden – wenn das Geld dafür da ist.

dpa/Bernd Weissbrod

Oldenburg - Der Marburger Bund kritisiert mit Blick auf die European Medical School in Oldenburg die Ungleichbehandlung der Universitätsmedizin in Niedersachsen. Jetzt würden die Weichen für künftige medizinische Versorgung gestellt. Im Rahmen der neuen Förderlinie „Potenziale strategisch entwickeln“ hat das Land Niedersachsen die Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) im Gegensatz zu den medizinischen Fakultäten Hannover und Göttingen finanziell nicht explizit berücksichtigt, bringt der Marburger Bund Niedersachsen sein Unverständnis zum Ausdruck.

Nicht wegzudenken

Oldenburg habe sich in über einem Jahrzehnt als dritter Medizin-Hochschulstandort etabliert und sei als Grundpfeiler für die ärztliche Versorgung im Nordwesten nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend sei nicht nachvollziehbar, weshalb das Land Niedersachsen bei der neuen Förderlinie mit zweierlei Maß messe. „Wir sehen darin eine klare und nicht nachvollziehbare Benachteiligung der Universitätsmedizin Oldenburg“, kritisiert Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen.

Der Landesverband begrüßt die von Wissenschaftsminister Falko Mohrs geplante Aufstockung auf 200 Medizinstudienplätze in Oldenburg bis 2027 und sieht diese zeitgleich als alternativlos an: „Angesichts des bereits eklatanten Mangels an Ärzten bei uns in Niedersachsen, der sich noch deutlich zuspitzen wird, ist der Ausbau an Medizinstudienplätzen der einzig gangbare Weg. Dieser muss unbedingt einhergehen mit einer adäquaten Finanzierung der Universitätsmedizin, was die Personalausstattung für Forschung und Lehre und entsprechende Räumlichkeiten betrifft. Bundesweit hat Niedersachsen das niedrigste Studienplatzangebot für Humanmedizin pro Einwohner“, stellt der Zweite Vorsitzende Andreas Hammerschmidt klar. Er ergänzt: „Gleichzeitig ist alarmierend, dass bis 2030 in Oldenburg knapp 280 Ärzte weniger ausgebildet werden, als ursprünglich mit dem Land vereinbart wurde – weil die benötigten Mittel fehlen.“

Weichen stellen

Hammerschmidt warnt: „Wird die Universitätsmedizin Oldenburg heute benachteiligt, wird die niedersächsische Bevölkerung künftig den vielfachen Preis in Form von mangelnder medizinisch-ärztlicher Versorgung und alarmierender Bedingungen für Patienten und Ärzte zahlen müssen. Die Weichen werden jetzt gestellt.“

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