Eine Fahrradstraße ist natürlich etwas gänzlich anderes als ein parallel zu einer Hauptverkehrsstraße geführter Radweg. Leider ist der Begriff „Fahrradstraße“ an sich schon irreführend. Handelt es sich dabei doch um einen Radweg, auf dem ausnahmsweise auch Autos zugelassen sind.
Konkret zum Plan der Grünen: Diese Achse bietet sich für das Vorhaben absolut an. Auf kompletter Länge steht nicht eine einzige Ampel. Die vorhandenen, straßenbegleitenden und (leider) kostenfrei genutzten Stellflächen für Pkw können und müssen ohne weiteres entfallen. Hier, wie an vielen Stellen in der Stadt, wurden bisher individuelle Kosten zu Lasten der Allgemeinheit umgelegt.
Schwachpunkt ist natürlich das Mittelstück der geplanten Route, da die Verbindung unterhalb der Autobahn unterbrochen wird. Ohne dieses Teilstück macht eine Verwirklichung keinen Sinn – ähnlich wie bei der A20 ohne Elbtunnel. (...)
Noch befindet sich die Bahnstrecke im Ausbau. Was also hilft, ist mit der DB eine neue Querung konkret zu vereinbaren – und zwar schnell.
Im Sommer des letzten Jahres teilte die Bundesbahn den Bewohnern des Viertels mit Flyern mit, dass der Rad- und Fußweg zwischen Babenend und Nedderend nunmehr für immer nicht mehr zu nutzen sei. Der Grund: Der Platz in der Unterführung wird für die Schallschutzwände benötigt. Weder die Stadtverwaltung noch die politischen Parteien hatten sich öffentlich geäußert, dass die Unterführung nach der Baumaßnahme nicht mehr genutzt werden kann. Den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wird dies seit langem bekannt gewesen sein und es wurde einfach so hingenommen. Das war ein viel befahrener Fuß- und Radweg, der darüber hinaus auch ein sicherer Schulweg war. Hätte es sich um eine viel befahrene Autostraße gehandelt, wäre der Aufschrei groß gewesen. (...) Auch die Grünen, die dies jetzt beklagen, haben dies hingenommen.
Und wenn schon Fahrradstraße, dann doch bitte mit einem Durchstich unter Autobahn, ansonsten wäre diese Fahrradstraße eine Farce. Die Kreuzung Brookweg/Mittelweg sollte sowieso eine Ampelanlage erhalten, denn schon jetzt ist der verlängerte Mittelweg eine Fahrradstraße für Bewohner von Metjendorf/Alexandersfeld, die in die Stadt mit dem Fahrrad fahren. Die Leute werden sowieso über den Mittelweg fahren – auch wenn es an der Alexanderstraße „anständige Radewege“ gäbe, wie der NWZ-Kommentator Patrick Buck meint.
Sie haben völlig recht: Die Alexanderstraße braucht endlich einen gut ausgebauten Radweg. Der Radweg stadtauswärts ist eine Zumutung. Einfach ist das nicht: Die Schwierigkeiten beginnen stadtauswärts an der Engstelle Gertrudenfriedhof. Hier sind bauliche Veränderungen nicht möglich (Denkmalschutz), die Benutzungspflicht für den viel zu schmalen Rad/Fußweg könnte, verbunden mit Tempo 30, aufgehoben werden. Das verlangt Mut von Rat und Verwaltung.
Gegenüber dem Kleinen Bürgerbusch kann die gesetzlich geforderte Radwegbreite von 2,50 Metern nur eingehalten werden, wenn entweder die Straßenbäume gefällt werden oder die Anlieger einen Meter ihrer Vorgärten abgeben. Ähnliches gilt auf der gegenüberliegenden Seite stadteinwärts. Entlang des Kleinen Bürgerbusches stellt sich die Wahl, entweder die Straßenbäume zu fällen oder die Wallhecke.
Der Radweg zwischen Brookweg und Liegnitzer Straße ist so schmal, dass für einen verkehrsgerechten Ausbau wiederum die Vorgärten in Anspruch genommen oder die Straßenbäume gefällt werden müssen. Die Probleme bei einem zukünftigen Radwegebau an der Alexanderstraße sind nichts Außergewöhnliches, sondern normal in Oldenburg. Deshalb sollte der Vorschlag der Grünen zur Rad-Verbindung zwischen Fliegerhorst und Pferdemarkt sehr gründlich geprüft werden.
