Oldenburg - Auf dieser Fläche dürfen sie sich austoben: 2535 Quadratmeter stehen den Menschen im Quartier Neu-Donnerschwee, das auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne entstanden ist, fürs Urban Gardening zur Verfügung. Unter diesem Begriff werden verschiedene Arten gärtnerischer Aktivitäten der Stadtbevölkerung zusammengefasst. Wie das im Detail und ganz konkret in diesem Stadtviertel aussehen kann, darum ging es bei einem Gruppentreffen am Dienstagabend.
Es gibt viel zu tun: Auf dieser Fläche soll der Gemeinschaftsgarten entstehen. Zunächst steht eine Aufräumaktion an. Bild: Susanne Gloger
„Es ist die größte Fläche fürs Urban Gardening, die zurzeit in Oldenburg zur Verfügung steht“, sagt Dirk Lübben, 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Neu Donnerschwee verbindet“, der als Koordinationsstelle fungiert. Am Anne-Frank-Platz, rechtsseitig der Kranbergstraße, befindet sich das Gelände, das noch wie eine Steppenlandschaft wirkt. Die Dammermann-Hauenschild-Stiftung und die Marius-Eriksen-Stiftung, die seit dem 1. Mai Eigentümerinnen des Grundstücks sind, überlassen es der Bevölkerung für einen Gemeinschaftsgarten und künftigen Treffpunkt. Ein Werbeschild wurde bereits aufgestellt. Es hat gefruchtet.
Was wichtig ist
„Weit über 20 Interessierte haben sich ganz schnell gemeldet“, freut sich Ute Goronczy von „Neu Donnerschwee verbindet“.
Die meisten wohnen im Quartier, einige in der näheren Umgebung. Jede und jeder mit Freude am Gärtnern kann sich beteiligen. Das steht auch auf dem Werbeschild. „Das wichtigste ist das Geld, alles andere sind Träume“, sagt Goronczy aber auch ganz realistisch und rät dazu, dass sich die Gartengruppe irgendwann unter die Fittiche des Vereins stellt. Dann könnte manches auch über Spenden finanziert und Fördergelder könnten beantragt werden.
Um gute Nachbarschaft geht es dem Verein „Neu Donnerschwee verbindet“, der am 11. März 2021 gegründet wurde. Die Vernetzung von Menschen und Informationen in dem Quartier ist nur ein Teilbereich seiner Tätigkeiten.
Aktuelles Ziel ist es, ein hauptamtliches Quartiersmanagement zu entwickeln, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Die Idee: Ein kleines Büro soll ein Treffpunkt sein, ein Ort, an dem Fragen für alle Belange Gehör finden. Dort sollen Ideen gebündelt, Netzwerke entwickelt, Anträge geschrieben und Ressourcen verwaltet werden.
Zur Unterstützung können Menschen, die in dem Quartier und außerhalb leben, Mitglied werden. Die (reguläre) Mitgliedschaft kostet 5 Euro im Monat.
Kontakt und Infos: NeuDonnerschwee verbindet e.V., Weiße Rose 4c, 26123 Oldenburg, info@neudonnerschwee-verbindet.de
Aber noch ist man ganz am Anfang. Das Gelände muss erst einmal aufgeräumt werden. Ein Container wird laut Dirk Lübben auf Rechnung der Stiftungen aufgestellt. Die würden unter anderem auch die Pflanzen für die Hecke rundum das Gelände finanzieren und dafür sorgen, dass fürs Graben ein Minibagger bereitsteht. „Die einzige verbindliche Vorgabe ist, dass ökologisch ohne Torf, Gift und Kunstdünger, dafür mit selbst produziertem Kompost gegärtnert wird“, so Lübben. Ebenfalls ausgeschlossen sei eine kommerzielle Nutzung.
Was möglich ist
Vieles ist möglich auf diesem Areal, auf dem gemeinsam geackert werden soll. Gemüsehochbeete, Kräuterspiralen, Naschgarten, Obstbäume, Blumenwiese, Insektenhotels, Nistkästen und mehr könnten hier Platz finden. Auch Boule spielen, picknicken und anderes ist möglich – „mit dem positiven Nebeneffekt, die Nachbarschaft kennenzulernen und Gemeinschaft zu gestalten“, formuliert es der Verein „Neu Donnerschwee verbindet“.
Beim Treffen am Dienstag ging es um das Sammeln von Ideen, Wünschen und Erwartungen, aber auch darum, was gebraucht wird, um loszulegen. Dazu gehören neben „Leuten, die Verantwortung übernehmen für bestimmte Aufgaben“ auch ein „Regelwerk (leider)“ und immer wieder – „Geld“. Es wurde erfragt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten die einzelnen Interessenten mitbringen. Doch zunächst steht die Aufräumaktion an. Dafür wurde ein Datum im Juni ausgewählt.
Die Gruppe sei kein geschlossenes Gebilde, heißt es. Im Gegenteil: Alle, die sich zutrauen, das Projekt in der Planungs- und Vorbereitungsphase aktiv zu begleiten, sind eingeladen.
