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Projekt des Vereins „Oldenburg hilft“ Ukrainerinnen packen beim Renovieren eines alten Bauernhauses mit an

Geflüchtete Frauen aus der Ukraine und Ehrenamtliche vom Verein „Oldenburg hilft“ renovieren ein altes Bauernhaus an der Bloherfelder Straße.

Geflüchtete Frauen aus der Ukraine und Ehrenamtliche vom Verein „Oldenburg hilft“ renovieren ein altes Bauernhaus an der Bloherfelder Straße.

Friederike Liebscher

Oldenburg - Ein Kulturzentrum, eine Keimzelle für Start-ups, ein Ort der Begegnung: In einem angemieteten alten Bauernhaus an der Bloherfelder Straße entsteht derzeit etwas in Oldenburg wohl Einmaliges. In den Räumen, in denen zuvor Fahrräder verkauft und repariert wurden, werden jetzt die Böden abgeschliffen, Türen abgebeizt und Wände umgestaltet. Hier entsteht ein fester Anlaufpunkt des Vereins „Oldenburg hilft“.

Flüchtlinge aus der Ukraine und Ehrenamtliche des Vereins aus Oldenburg haben die Zimmer im Erdgeschoss in Eigenarbeit individuell und mit künstlerischem Anspruch saniert. „Vor allem die Frauen haben die Sache hier mit sehr viel Arbeitseinsatz und Leidenschaft in die Hand genommen“, erzählt Maik Günther vom Organisationsteam des Vereins. Sie hätten die Holzböden wieder zum Leben erweckt und die alten Tapeten freigelegt und bemalt. „Jeder der Räume strahlt nun etwas anderes aus“, sagt er stolz.

Für alle offen

Gedacht ist das Haus nach der Fertigstellung nicht nur für Flüchtlinge aus der Ukraine. Es soll nicht als Wohnraum genutzt werden, sondern als Atelier und Treffpunkt für verschiedene Kurse und kleine Events. Auch ein Verkaufsraum ist geplant.

„Das Haus soll für alle offen sein. Für die Menschen hier in der Nachbarschaft und für Flüchtlinge, die hier eine Aufgabe finden“, erklärt Maik Günther. Gefördert werden die Renovierungsarbeiten von der Deutschen Stiftung Ehrenamt. Tragen soll sich die Einrichtung danach selbst. Die Finanzierung soll unter anderem durch den Verkauf aus den Ateliers und Kursangeboten der ukrainischen Frauen gesichert werden. Ein hauptamtlicher Mitarbeiter des Vereins wird tagsüber vor Ort sein.

„In den Werkräumen sind Ausstattungen für die Arbeit mit Ton, Keramik und Holz vorhanden. Ein großes Thema wird Upcycling sein. In einer kleinen Scheune können außerdem kleine Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Zusätzlich planen wir einen Beratungsraum“, erklärt Maik Günther. Er betont, dass das Angebot für alle Flüchtlinge offensteht. „Das Projekt ist aus der Ukrainehilfe entstanden, soll aber für jeden da sein.“ Es gäbe bereits Interesse von Initiativen aus der Nachbarschaft, die die neuen Möglichkeiten gern nutzen wollen.

Laden am Pferdemarkt

Ein weiteres Standbein für das Kreativ-Haus in Bloherfelde ist ein Laden, den der Verein zentral gelegen am Pferdemarkt (im Bereich des Lokals Havanna) eröffnen will. „Dort sollen Verkaufsräume und ein Café entstehen. Zusätzlich werden Beratungen für Geflüchtete angeboten“, kündigt Maik Günther an. Dazu will der Verein zwei weitere hauptamtliche Mitarbeiter einstellen.

Ein großes Projekt für den Oldenburger Verein, der sich in diesem Jahr mit Kriegsbeginn in der Ukraine zunächst lose als Gruppe formiert und später gegründet hat. „Wir holen momentan keine Geflüchteten aus der Ukraine mehr in die Stadt“, berichtet Maik Günther. Mit den 26 angemieteten Häusern und 250 untergebrachten Menschen sei jetzt ein Limit erreicht.

„Ich bekomme immer noch Anfragen. Mehr können wir im Moment aber nicht vernünftig schaffen“, sagt er. Er rechnet damit, dass im Verlauf des Winters weitere Menschen aus der Ukraine nach Deutschland und auch nach Oldenburg flüchten.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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