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Bahnweg-Anwohner verärgert Gesperrte Alexanderstraße in Oldenburg macht Schleichweg zur Gefahrenzone

Einfahrt eigentlich nur für Anlieger und Radfahrer: Das Schild wird immer wieder ignoriert, sagen Bahnweg-Anwohner.

Einfahrt eigentlich nur für Anlieger und Radfahrer: Das Schild wird immer wieder ignoriert, sagen Bahnweg-Anwohner.

Patrick Buck

Oldenburg - Gibt es Baustellen mit Vollsperrungen, wie aktuell und noch bis zum 28. September am Bahnübergang Alexanderstraße, werden selbstverständlich Umleitungen eingerichtet. Schilder führen den Kfz-Verkehr in der Regel auf passend ausgebaute Straßen (und daher oft recht weiträumig) um die Sperrung herum. Das Problem ist: Wer sich auskennt, nutzt auch gerne mal den berühmten Schleichweg. Und auch viele Navigationsprogramme empfehlen nicht unbedingt die längere Umleitung, sondern oft die Abkürzung durch Nebenstraßen. Genau das sorgt für Ärger am Bahnweg, dem Anwohner kürzlich im Verkehrsausschuss Luft machten.

Die Straße

Die Straße verläuft direkt an der Bahnlinie Richtung Wilhelmshaven entlang und verbindet den Bürgerbuschweg im Norden mit der Feldstraße im Süden. Sie ist nicht ausgebaut, hat keinen Fuß- oder Radweg und ist an vielen Stellen so schmal, dass zwei Autos nur schwer aneinander vorbeikommen. Dementsprechend empfinden es viele Anwohner als großes Sicherheitsrisiko, dass derzeit viele Autos (und auch Lastwagen) diese Straße als Abkürzung nutzen und nicht die offiziellen Umleitungen über Rauhehorst oder Scheideweg nehmen.

Die Anwohner

„Dabei hält sich kaum einer an das Tempo 30“, berichtet Anwohnerin Renate Krümpelbeck. „An unserer Straße gibt es eine Kindertagesstätte und viele Familien mit kleinen Kindern. Die Eltern der Kinder im Grundschulalter können ihre Kinder nicht mehr alleine zur Schule schicken. Selbst begleitend ist es zu gefährlich.“ Auch Andrea Ellerbeck beklagt die Situation und hat zudem das Gefühl, dass beim Ansprechen der Problematik das städtische Ordnungsamt auf die Polizei verweist und die Polizei wiederum auf die Stadt.

Durchfahrt komplett sperren?

Der Vorschlag, den Bahnweg in der Mitte für den Kfz-Verkehr komplett zu sperren (Durchfahrt also nur noch für Radfahrer), nannte Grünen Ratsherr Tim Harms als Idee im Ausschuss. Von den anwesenden Anwohnern wurde dies befürwortet. Der Vorschlag wird immer wieder genannt, wenn es um Vermeidung von Durchfahrtsverkehr geht.

Laut Stadtverwaltung ist die Einrichtung von Sackgassen auf bestehenden Straßen ohne den Nachweis einer Gefahrenlage nicht möglich. Sie würde vielmehr die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gefährden. Für Anlieger, Besucher, Lieferdienste, etc. würden unnötige Umwegfahrten produziert, die Lärm und Abgase verursachen. Die anliegenden Straßen würden stärker belastet. Dies sei durch § 45 der Straßenverkehrsordnung nicht gedeckt.

Am Bahnweg sei trotz vermehrt fahrender Fahrzeuge keine Gefahrenlage festgestellt worden.

Die Stadtverwaltung hat den Bahnweg von beiden Seiten mit einer großen Bake und dem Schild „Anlieger frei“ für die Zeit der Alexanderstraßensperrung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Laut Anwohner Helmut Ahlers ist die Beschilderung allerdings erst Tage später eingetroffen, die Bake allein wurde dann meistens ignoriert. Die jetzige Sperrung zeigt zumindest bei einigen Autofahrern Wirkung, wie eine Beobachtung vor Ort zeigt: Immer wieder wird geblinkt, das Einfahren in den Bahnweg dann allerdings mit Blick auf die Beschilderung abgebrochen.

Allerdings hält die Sperrung laut Ahlers beileibe nicht alle Fahrer ab. „Wenn man Autofahrer anspricht, trifft man bei tatsächlichen Anliegern auf Verständnis, während die unrechtmäßigen Fahrer sich ertappt fühlen und sofort auf Konfrontation gehen, ja sogar mit körperlicher Gewalt drohen“, beschreibt er seine Erlebnisse. Besonders frustrierend ist für die Anwohner: Seit Jahren gibt es immer wieder Sperrungen der Alexanderstraße und damit die entsprechenden Umleitungen. Es liegen umfangreiche Korrespondenzen mit der Stadt von 2019 vor. Geändert hat sich aus Sicht der Beschwerdeführer nichts. Vor allem regelmäßige Kontrollen (Tempo und Durchfahrtsverbot) vermissen sie.

Die Stadt

Die Stadt verweist auf die Durchfahrtssperre. Zudem würden Lastwagen frühzeitig ab Pferdemarkt und aus Richtung Metjendorf sowie auf der A 293 mit zahlreiche Hinweistafeln und LED-Anzeigen auf die Vollsperrung und damit auf die offiziellen Umleitungen hingewiesen. Der Bahnweg sei indes „aufgrund fehlender Beschwerden und nur geringfügigem Verkehr bislang nicht durch die Geschwindigkeitsüberwachung im Messbetrieb überwacht“ worden, heißt es. In umliegenden Straßen wurde mehrfach kontrolliert. „Der Bahnweg wird jetzt jedoch kurzfristig in die Überwachung aufgenommen werden.“

Die Polizei

Die Polizei bestätigt indes einen von Anwohnern beschriebenen Unfall vor eineinhalb Wochen, bei dem ein einfahrendes Auto den Sturz eines Radfahrers provozierte und dieser leicht verletzt wurde. Wie es gegenüber unserer Redaktion hieß, soll nun das Einfahrverbot für Nicht-Anlieger temporär verstärkt kontrolliert werden.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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