Oldenburg - Eine desolate erste Halbzeit, ein besserer zweiter Durchgang: Der VfB Oldenburg zeigte bei der 1:3 (0:3)-Niederlage am Mittwochabend beim 1. FC Saarbrücken zwei Gesichter. Weil der VfB aber in den ersten 45 Minuten derart unterlegen gewesen war und die Treffer von Marvin Cuni (8. Minute), Julian Günther-Schmidt (25.) sowie ein Eigentor von Marcel Appiah (31.) die Partie für den Aufstiegsanwärter bereits entschieden hatten, stand am Ende die sechste VfB-Niederlage in Folge in der 3. Fußball-Liga. Das Anschlusstor durch Ayodele Adetula kam zu spät (75.) – einen Punkt hätten die Oldenburger aufgrund der haarsträubenden Fehler in der ersten Halbzeit aber auch nicht verdient gehabt. Die VfB-Spieler in der Einzelkritik:

Pelle Boevink: War an der Entstehung des 0:1 beteiligt, aber schuldlos, dass Robert Zietarski seinen Pass nicht verarbeiten konnte. Oft alleine gelassen von seinen Vorderleuten verhinderte er in Halbzeit eins noch Schlimmeres. Bei den weiteren Gegentoren machtlos.

Marcel Appiah: Der Abwehrchef konnte seinen „Laden“ nicht zusammenhalten. Verhinderte im letzten Moment das frühe 0:2, das war aber vor der Pause auch seine beste Aktion (11.). Erzielte unglücklich sein zweites Eigentor in Folge (nach dem 3:5 gegen RW Essen nun das 0:3). Oft einen Schritt zu langsam gegen die starke Saarbrücker Offensive.

Oliver Steurer: Auch er konnte die Oldenburger Dreierkette nicht stabilisieren. Ebenfalls beinahe mit einem Eigentor, das Boevink verhinderte (11.). Nicht so zweikampfstark wie noch in den ersten Saisonwochen.

Leon Deichmann: Kam in die Startelf, um als rechter Teil der Dreierkette die Abwehr zu stärken. Das misslang in den ersten 45 Minuten komplett. Leistete sich aber nicht so auffällige Patzer wie seine Nebenmänner, was an diesem Abend schon positiv zu erwähnen war.

Chancenlos beim 1:3 in Saarbrücken VfB Oldenburg rutscht immer tiefer in Krise

Lars Blancke Oldenburg

Robert Zietarski: Ganz schwacher Abend des Aufstiegshelden. Rutschte bei der Ballannahme vor dem 0:1 weg und brachte so noch mehr Verunsicherung in die VfB-Köpfe. Oft zu spät im Zweikampf, vor dem 0:3 zu langsam im Laufduell. Zu Recht zur Pause ausgewechselt.

Marten Schmidt: Erwischte einen gebrauchten Abend. Leistete sich mehrere Fehlpässe und Ballverluste. Hatte Glück, dass sein haarsträubender Querpass vor dem eigenen Strafraum nicht bestraft wurde (20.). War vor dem 0:2 viel zu passiv und zögerlich im Zweikampf mit Torschütze Günther-Schmidt. Ebenfalls zu Recht zur Pause ausgewechselt.

Nico Knystock: Der 1,65 Meter kleine Linksverteidiger erhielt erneut den Vorzug auf der linken Seite gegenüber Justin Plautz. Hatte bei den vielen Fehlern seiner erfahrenen Nebenleute einen schweren Stand. Nach vorne kaum Impulse.

Dominique Ndure: Auf der rechten Seite nicht so negativ auffällig wie seine Kollegen im Zentrum. Solide, aber auch nicht gut.

Manfred Starke: Aus der Startformation der beste Oldenburger. Wenn mal etwas nach vorne mit Struktur ging, dann meist über ihn. Schöner Pass vor dem 1:3 durch Adetula (75.).

Kebba Badjie: Ging als einer von zwei Angreifern unter, was aber auch daran lag, dass der VfB nach vorne lange Zeit nicht stattfand. Hatte einen der wenigen Torabschlüsse kurz vor der Pause (43.). Nach 66 Minuten ebenfalls zu Recht ausgewechselt.

Max Wegner: Man konnte dem Kapitän seine Mühen nicht abstreiten, aber auch er hing in Halbzeit eins völlig in der Luft. Nach dem Wechsel, als die Partie längst entschieden war, war er besser drin.

Kamer Krasniqi (ab 46. Minute für Zietarski): In der deutlich besseren zweiten VfB-Halbzeit brachte er mehr Struktur ins Oldenburger Mittelfeld, wenngleich Saarbrücken mit der 3:0-Führung im Rücken einen Gang zurückschaltete. Dürfte gute Chancen haben, an diesem Sonntag (13 Uhr) gegen Waldhof Mannheim wieder in der Startelf zu stehen.

Ayodele Adetula (ab 46. Minute für Schmidt): Das erste Saisontor des VfB-Topscorers der Vorsaison war einer der zwei Lichtblicke am Mittwochabend. Nach langer Verletzung kommt Adetula langsam besser in Tritt. Der VfB braucht ihn in besserer Form, um im neuen Jahr den Kampf um den Klassenerhalt erfolgreich zu gestalten.

Linus Schäfer (ab 66. Minute für Badjie): Der zweite Oldenburger Lichtblick. Der 19-Jährige, der zuvor insgesamt nur auf 28 Minuten Einsatzzeit in der 3. Liga kam, zeigte einen mutigen Auftritt mit einigen gelungenen Aktionen. Auch wenn Saarbrücken den Vorsprung nur noch verwaltete, war Schäfer ein Gewinn für das VfB-Spiel und betrieb somit Eigenwerbung.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion