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Rat entscheidet am 15. April Kampagne soll Zweifel am Stadionneubau in Oldenburg vertreiben

Die Planer der Kampagne  pro Stadion:  Eike Liebenow (links) und Michael Weinberg

Die Planer der Kampagne pro Stadion: Eike Liebenow (links) und Michael Weinberg

Thomas Husmann

Oldenburg - Ein Fußballstadion ist viel mehr als ein Ort, in dem 22 Männer oder Frauen in kurzen Hosen hinter einem Ball herrennen und versuchen, ihn im Tor des Gegners unterzubringen. Ein Stadion ist ein sozio-kultureller Raum, in dem Menschen aller Couleur, politischen Ausrichtung, jeden Alters und sozialer Schicht zusammenfinden, um gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verleben, sich auszutauschen, miteinander zu sprechen, gemeinsam etwas zu erleben. Und das geht am besten in einem reinen Fußballstadion. Das fehlt in Oldenburg – zumindest für den Profifußball. Ein Stadion schafft Verbindungen, wissen Michael Weinberg und Eike Liebenow.

In Donnerschwee

Der eine (Weinberg) ist Geschäftsführer vom VfB Oldenburg, der andere (Liebenow) Werbefachmann, Ideengeber und Gestalter von Imagekampagnen. Ehrenamtlich hat Liebenow sich für den gesamten Fußball und nicht ausschließlich für den VfB, wie er betont, ins Zeug gelegt und gemeinsam mit den Fans und Liebhabern des Rasensports, zu dem auch Football gehört, eine Kampagne für den Neubau eine Stadions in Donnerschwee entwickelt. „Herz. Sport. Zuhause.“ ist der Titel. Zuhause deshalb, weil der Fußball seine Wurzeln in Donnerschwee hat.

Erst spielten die Jungs von der Oberrealschule (Herbartgymnasium) auf dem Exerzierplatz der Kaserne an der Kranbergstraße, später rollte dann in der legendären Hölle des Nordens an der Donnerschweer Straße/Ecke Wehdestraße der Ball.

Der VfB-Platz ist Geschichte, doch soll nun ein neues modernes Stadion an der Maastrichter Straße ganz in der Nähe gebaut werden. Wenn der Rat in seiner Sitzung am 15. April zustimmt. Und da ist man sich nicht sicher, deshalb die Image- und Werbekampagne. Es gibt viele Befürworter, aber auch viele Kritiker, die vor allem die Folgekosten im Blick haben, die diese Entscheidung mit sich bringt.

Fans im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die Fans, aber auch Protagonisten wie der ehemalige Werder-Trainer Thomas Schaaf oder Menschen, die in einer engen Verbindung zum Fußball und dem VfB stehen – wie Conferencier Horst Klemmer oder GSG-Geschäftsführer Stephan Könner beispielsweise. Den Stadionbau sehen sie als Chance für die Stadt, als letzte Gelegenheit, dem Profifußball in Oldenburg eine Zukunft zu geben, das Freizeitangebot zu ergänzen, Oldenburg attraktiver zu machen.

Themen sind die Fankultur, die Jugendförderung, Zukunft/Perspektive und Heritage (das Erbe). Gemeint ist mit dem Erbe die Tradition, die gemeinsamen Erlebnisse auf dem Fußballplatz, die eine Gesellschaft verbinden, Erinnerungen an glorreiche Siege oder schmähliche Niederlagen, Stadionbesuche mit dem Freund oder Bruder, der Freundin oder Schwester. „Fußball ist ein Sport, der die Menschen quer durch alle Gesellschaftsschichten hindurch vereint“, betonen Weinberg und Liebenow.

Öffentliche Aktionen

Verschiedene öffentliche Aktionen sollen auf die Kampagne hinweisen und helfen, deren Inhalte zu vermitteln, damit der Rat aus Sicht der Fußballerinnen und Fußballer am 15. April eine gute Entscheidung fällt – für den Sport und für die Stadt.

Neues von der Initiative Nordweststadion

Am 15. April fällt voraussichtlich die finale Entscheidung des Oldenburger Stadtrates für die Beauftragung des Baus eines neuen Stadions. Zwar ist bereits im Februar 2023 die Grundsatzentscheidung zum Stadion-Neubau mit deutlicher Mehrheit gefallen, aber bald liegen alle notwendigen Studien und Gutachten vor und die Entscheidung zum Start der Ausschreibung steht an, teilt die Initiative Nordweststadion mit. „Dies ist der Punkt, an dem der Stadionbau Fahrt aufnimmt und nicht mehr oder nur unter großen Nachteilen abgebrochen werden kann“, heißt es in einer Mail weiter.

 Um die Oldenburger Bürgerinnen und Bürger sowie Politikerinnen und Politiker die letzten Monate vor der Entscheidung möglichst effektiv zum Stadionprojekt und seinen Auswirkungen informieren zu können, hat die Initiative ihre Website grundlegend neu gestaltet. Stand bislang ein klassischer Weblog im Vordergrund, in dem gelegentlich Artikel zu verschiedenen Aspekten der Stadiondiskussion veröffentlicht wurden, gibt es nun umfassende Informationsseiten zu allen relevanten Themen, wie zum Beispiel die Standort-Bewertungen zu Marschweg und Donnerschwee, die Vorteile eines neuen Stadions für die Stadt Oldenburg, die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten oder eine umfassende Chronik der Oldenburger Stadionfrage seit Anfang der 90er.

Teile der Fanszene wie auch einzelne Personen der Initiative sind in die Kampagne des VfB Oldenburg einbezogen. „Der Neustart der Webseite ist aber eine unabhängige Aktion, deren Gleichzeitigkeit mit der nahenden Stadion-Entscheidung zusammenhängt“, heißt es.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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