Oldenburg - „Die Stadt Oldenburg braucht ein neues Stadion.“ Diese Forderung bekräftigt der Vorstand des VfB Oldenburg vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bauen an diesem Donnerstag, 19. Mai (17 Uhr, Alte Fleiwa, Industriestraße 1d). In dem Fachausschuss sollen durch die Aufstellung eines Bebauungsplans die rechtlichen Grundlagen für den möglichen Bau eines neuen Stadions an der Maastrichter Straße geschaffen werden. Eine Entscheidung über einen Bau an sich ist damit noch nicht getroffen.
In einem ausführlichen Positionspapier verweist der Vorstand des VfB Oldenburg auf den sportlichen Erfolg und die bevorstehende Meisterschaft in der Regionalliga-Nord. Die durch einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga wieder aufgekommene Frage nach Neubau eines Stadions, „das den Anforderungen des modernen Sports – nicht explizit nur des Fußballs – gerecht wird“, sei aus Sicht des VfB Oldenburg eindeutig mit ja zu beantworten. „Die Stadt Oldenburg braucht eine moderne, zeitgemäße Sport- und Veranstaltungsstätte, eine Multifunktionsarena, und das nicht nur aus sportlichen Gründen.“
Untaugliches Stadion
Der VfB-Vorstand verweist auf die Ist-Situation des Stadions am Marschweg, das den zeitgemäßen Anforderungen weder mittel- noch langfristig gerecht werden könne: fehlender Komfort für die Gäste, fehlendes Flutlicht und fehlende Rasenheizung (beides vom Deutschen Fußball Bund geforderte Voraussetzungen für die 3. Liga), eine eingeschränkte Nutzung durch Verbot von Abendspielen, kaum mögliche Vermarktung und Standort im Wohngebiet (mit fehlenden Parkmöglichkeiten und daraus resultierendem Parksuchverkehr). Dies mache deutlich, so der VfB-Vorstand, dass „das Marschwegstadion selbst durch hohe Investitionen nicht dauerhaft für professionellen Sport ertüchtigt werden kann und keine tragfähige Lösung für die Zukunft darstellt“.
Multifunktionsarena
Vielmehr sei eine Multifunktionsarena eine Investition in die Zukunft. Sport im Allgemeinen und Fußballer im Besonderen seien als Markenbotschafter bedeutende Werbeträger ihrer Städte und Region. Der Besuch von Fußballspielen gehe dabei deutlich über das Spiel hinaus, sei „Event, Happening und vielerorts fester Bestandteil des sportkulturellen Selbstverständnisses einer Stadt und ihrer Menschen“.
Von der unmittelbaren Nachbarschaft eines Standorts Maastrichter Straße zur Innenstadt würden auch Handel und Gastronomie profitieren, ist der Vorstand überzeugt. Vor allem die große Zahl von Gästefans brächte zusätzliche Kaufkraft nach Oldenburg. Das Gelände sei aber auch darüber hinaus idealer Standort für eine Multifunktionsarena: In unmittelbarer Nachbarschaft zu den EWE Arenen könnte hier ein Veranstaltungsareal abgerundet werden.
„Der Kreativität für die Gebäudenutzung sind kaum Grenzen gesetzt. Büroflächen können hier genauso integriert werden, wie Räumlichkeiten für Projekte, Tagungen, soziale Einrichtungen und vieles mehr.“ Mit der Nähe zu Hauptbahnhof und Busbahnhof sei der Standort logistisch nahezu perfekt angebunden.
Zukunftsfähige Lösung
Als Fazit kommt für den Vorstand somit keine „rückwärts gerichtete, sehr kostspielige Dauerertüchtigung des Marschwegstadions“ in Frage, sondern nur die Investition „in eine zukunftsfähige Lösung, in eine multifunktionale Arena für die Menschen aus der Stadt und der Region“. Nur in einer solchen sei dauerhaft professioneller Spitzensport möglich – und durch Vermarktung zu finanzieren.
