Oldenburg - Die Vollsperrung der Kreuzung Schützenhofstraße/Bremer Straße in Osternburg führt zwangsläufig dazu, dass sich der Kfz-Verkehr neue Wege suchen muss. Betroffen sind Autofahrer, Busse und der Rettungsdienst. Das sorgt mitunter für ungewöhnliche Fahrstrecken und zum Teil auch für Unmut.
Gewerbe
Hart trifft die Baustelle verständlicherweise Gewerbetreibende, die vor allem auf die Spontankäufer verzichten müssen, die beim Vorbeifahren zum Beispiel Lust auf etwas zu essen bekommen. Ali Osman zum Beispiel betreibt den Berlin Döner und die Öz Sariyer Bäckerei direkt an der gesperrten Kreuzung. „Ich habe viele Kunden, die abends vorbeifahren und etwas mitnehmen.“ Er blickt mit Sorge auf die nächsten Monate und hofft, dass die Kunden auch längere Fußwege auf sich nehmen, um seine Läden zu erreichen.
Nach Angaben der Stadt müssen er und andere Gewerbetreibende solche Einschränkungen, die der Erhaltung, Verbesserung und Modernisierung der Straße dienen, hinnehmen.
Finanzielle Kompensationen gibt es keine. Händler und Gastronomen hätten jedoch die Möglichkeit, mit einer Hinweistafel auf die Erreichbarkeit ihrer Gewerbe und Unternehmen hinzuweisen. Dies müssten sie mit der Bauleitung besprechen.
Rettungswege
Der direkte Weg vom Klinikum ins Viertel rund um die Dragonerstraße mit diversen Arztpraxen ist für Rettungsfahrzeuge nun versperrt. Es gibt Leser, die dies sehr kritisch sehen. Aus Sicht der Stadt ist diesbezüglich alles geregelt. Vor Beginn der Arbeiten seien in Absprache mit den Rettungsdiensten die Rettungswege festgelegt worden. Im Ergebnis seien die parallel zur Bremer Straße und Bremer Heerstraße verlaufenden Straßen mit Anbindung zur Cloppenburger Straße (Anton-Günther-Straße) und zur Bahnhofsallee (Wunderburgstraße) festgesetzt worden. Diese sind auch für den Durchgangsverkehr gesperrt worden.
Polizeikontrollen
Anlieger, Busse und Rettungsdienste dürfen die Wunderburgstraße und die Anton-Günther Straße weiter nutzen. Für den Rest des Kfz-Verkehrs ist die Durchfahrt verboten. Zudem wurde ein Halteverbot eingerichtet. Dies alles ist nach Angaben der Stadt so angeordnet worden, um Platz für die Busse zu schaffen, die hier eine Umleitung fahren, und um den Schleichwegverkehr zu minimieren. Die offizielle Umleitung führt weiträumig über die Autobahn bzw. über die Cloppenburger Straße, die Klingenbergstraße und die Bahnhofsallee. Laut Polizei habe es bereits Beschwerden von Anwohnern über die zahlreichen Autofahrer gegeben, die das Durchfahrtsverbot ignoriert hätten. Inzwischen gab es Kontrollen vor Ort, in deren Rahmen diverse Ordnungswidrigkeiten geahndet worden seien. Die Zahl der Verstöße wurde dabei nicht dokumentiert. Ein Betroffener, der direkt 50 Euro zahlen musste, äußerte unserer Redaktion gegenüber allerdings Unverständnis, dass in der Anfangszeit der neuen Situation nicht zunächst nur mit Verwarnungen gearbeitet wurde.
Busse auf A 28
Für die Busse wurden auch andere Umleitungsrouten geprüft. Der Gasweg etwa war laut Stadtverwaltung aufgrund der Kurvenradien für die Busse ungeeignet. Die Landwehrstraße wurde wegen der ohnehin bereits hohen Verkehrsbelastung verworfen. Hier hätte man eine Überlastung befürchtet. Darum geht es je nach Linie eben durch die Wunderburgstraße und auch über die A 28. Dieser Weg über die Autobahn ist aus Sicht der VWG nicht ungewöhnlich und werde seit Jahren gelegentlich praktiziert – auch wenn es bei den Stadtbussen keine Sicherheitsgurte gibt und Fahrgäste mitunter stehen müssen. Die dabei zulässige Höchstgeschwindigkeit bei stehenden Passagieren beträgt laut VWG-Sprecher Morell Predoehl 60 km/h. Eine besondere Gefährdung sieht er durch die Route nicht. Das Fahrpersonal sei bereits vor Wochen im Rahmen von Schulungen auf die besondere Baustellen- und Umleitungssituation vorbereitet worden, inklusive jeglicher Sicherheitsaspekte.
