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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Von der Furt zur Cäcilienbrücke

23.07.2014

Oldenburg Der Cäcilienbrücke droht möglicherweise der Abriss. Das 1927 eröffnete denkmalgeschützte Bauwerk ist in die Jahre gekommen.

Es steht an einer Stelle, an der einst die Menschen die Hunte an einer Furt durchquerten. Reinhard Hövel, Leiter der Stabsstelle Niederschlagswasser-Management beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV), beschäftigt sich beruflich mit Wasser. Der Beruf hat bei ihm das Interesse geweckt, der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Der Damm ist die älteste Straße der Stadt Oldenburg, und seine Geschichte ist eng mit dem Wasser verknüpft, hat Hövel herausgefunden. Ein Damm war das historisch bedeutendste „Wasser“-Bauwerk Oldenburgs. Über ihn konnte die Hunte an dieser Stelle trockenen Fußes überquert werden. Er war Bestandteil der Friesischen Handelsstraße. Seine herausragende Bedeutung für die Entstehung der Stadt wird in der Stadtrechtsurkunde von 1345 erwähnt. Der Damm wurde aus Erde und Buschwerk errichtet. Als Oldenburg 1345 das Stadtrecht erhielt, wurden die Bürger zu dessen Unterhaltung verpflichtet. Das Material für Pfähle und Faschinen zur Befestigung kam aus der Buschhagenniederung. Um die Anzahl der Brücken im Verlaufe des Dammes gering zu halten, wurden nur drei Öffnungen für das Wasser der Hunte gelassen. Der Fluss floss bis dahin durch mehrere Arme am heutigen Oldenburg vorbei.

Technische Daten

Der Antriebsmechanismus der Hubbrücke mit Elektromotor und vier Stahlseilen, die über Rollen im Obergeschoss der Brückentürme zu den im Innern befindlichen Gegengewichten laufen, ist noch im ursprünglichen Zustand. Die Hebevorrichtung zieht die Fahrbahn um 3,50 Meter nach oben, um die Durchfahrt von Schiffen zu ermöglichen.

Die Brücke wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen betrieben und unterhalten. Während der Betriebszeit ist die Brücke ständig mit einem Brückenwärter besetzt. Das Wärterhaus befindet sich über dem nördlichen Fußweg mitten auf der Brücke.

Architekt war Adolf Rauchheld (1868-1932), fertiggestellt wurde sie 1927. Der Stahlbau stammt aus der Gutehoffnungshütte, im Krieg wurde er zerstört, 1948 erneuert. Stahl- und Elektromaschinenbau erledigte das MAN-Werk Gustavsburg. Eine weitere Instandsetzung erfolgte 1982 bis 1984.

Konstruktion: Die Hubbrücke hat eine Stahlfahrbahnplatte, die mit Asphalt bedeckt ist. Die Spannweite beträgt 40,80 Meter, die Breite 10,30 Meter, 5,50 Meter davon sind Fahrbahn. Das zu hebende Gewicht beträgt 240 Tonnen. Gegründet ist die Brücke auf Holzpfählen und gesichert mit Stahlspundwänden vor den Brückenlagern.

Beim Zollhaus (Blaues Haus) befand sich die Alte Hunte (heute Küstenkanal bzw. wieder Hunte), ein damals meist toter Arm im ältesten Bett des Flusses. Sein Lauf wurde zum Schutz der Burg und zum Betrieb der gräflichen Mühlen nordwestlich umgeleitet.

Der Oeljestrich bildete (bis 1912) einen Umlauf zur Entlastung der Hunte bei Hochwasser und zur Versorgung einer Mühle neben der Brücke. Dieser Huntearm verlief zwischen den heutigen Straßen Am Festungsgraben und Dammbleiche.

Die eigentliche Hunte floss damals in ihrem künstlichen Bett längs der Befestigungsmauer, dort wo heute die sogenannte Mühlenhunte entlang des Schlossgartens und der Huntestraße verläuft. Etwa 800 Jahre war dort der Hauptstrom. Er ist heute ein fast toter Arm, auf dem im Sommer Tretboote unterwegs sind.

Die „Brücke beim Blauen Haus“ (an der Stelle der heutigen Cäcilienbrücke) war um 1600 eine von drei Zugbrücken. Das „Blaue Haus“ war zur Zeit Graf Anton Günthers (1585 - 1667) ein Zollhaus am Damm, wo Brückengeld bezahlt werden musste. Wie alt der Name ist, bezeugt die Sage vom Grafen und seinem Pferd Kranich. Anton Günther hatte einstmals, weil er eine Münzfälscherbande, in deren Hände er gefallen war, nicht verraten hatte, Jahre später ein Pferd erhalten: „Aber zur Anerkennung eurer Treue, und weil man, so weit die menschliche Zunge geht, euch als den besten Kenner der Pferde rühmt, so ist für euch in dem Blauen Hause ein edles Pferd eingestellt, das ihr dort abholen möget. Nach diesen Worten verbeugte sich der Fremde und entfernte sich. Graf Anton Günther schickte zum Blauen Hause, das damals ein Zoll- und Wirtshaus am Ende des äußeren Dammes war, da stand alldort der Kranich, welcher nachmals so weltberühmt geworden ist.“ 1752 wurde an der Stelle der „Brücke beim Blauen Haus“ eine Holzbrücke gebaut, die 1832 durch eine Steinbrücke ersetzt wurde und seitdem den Namen Cäcilienbrücke trägt.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-stadt 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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