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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Stickoxid-Belastung soll endlich sinken

15.06.2016

Oldenburg Wenn Autofahrer am Heiligengeistwall sehen könnten, wie hoch die Stickoxidwerte aktuell seien – dann würde mancher ins Grübeln kommen. Und: Für das Problem der Grenzwertüberschreitungen und der wegen einer Strafandrohung der EU unausweichlichen Verkehrseinschränkungen würde auf diese Weise schon im Vorfeld „ein Bewusstsein geschaffen“. So argumentierte am Montagabend im Verkehrsausschuss Grünen-Fraktionssprecher Sebastian Beer. Doch die von seiner Fraktion beantragte Info-Tafel mit Messwerten wird nicht zeitnah kommen, weil es dafür aktuell keine politische Mehrheit gibt.

Dabei ist eines klar: Dass es zu Maßnahmen am Heiligengeistwall kommen wird. Das ist auch in einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten zur Luft-Lage nachzulesen. Der Gutachter, Geo-Net-Geschäftsführer Peter Trute, hatte jüngst im Umweltausschuss Folgendes angeregt: Eine Verstetigung des Verkehrsflusses (Störungen durch ein-/ausparkende Fahrzeuge vermeiden), eine Einbahnstraßenregelung, die Einrichtung einer Umweltzone mit „Blauer Plakette“ (Euronorm sechs für Dieselfahrzeuge und Euronorm drei für Benzinautos) sowie den Einsatz von E-Bussen.

Im August, so Stadtbaurätin Gabriele Nießen am Montag, wolle die Stadt auf Grundlage dieses Gutachtens einen eigenen Maßnahmenkatalog vorlegen. Bei deren Umsetzung würde eine Info-Tafel, wie die Grünen sie anregten, eher Sinn ergeben, denn dann könnte man die aktuellen Werte mit darauf ausgelegten Maßnahmen verknüpfen.

Doch so eindeutig wären die Werte dann doch nicht, teilte die Verwaltung mit.

Nach Auskunft des beim Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim angesiedelten Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN) würde eine Anzeigetafel für aktuelle Messwerte Grenzwertüberschreitungen nicht nachvollziehbar machen. Denn: Am Heiligengeistwall sei „die Einhaltung des Jahresmittelgrenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) problematisch, nicht jedoch die des Grenzwertes für kurzzeitige Luftbelastungen (ein Stundenmittelwert von maximal 200 Mikrogramm pro Kubikmeter). Eine Anzeige des aktuellen Luftqualitätsindex, der das Schulnotensystem nutzt, (1/sehr gut bis 6/sehr schlecht) „könnte einen falschen Eindruck erwecken, denn 2015 waren 95 Prozent der Stundenmittelwerte befriedigend oder besser.“ Der Jahresmittelwert habe mit 52 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft aber deutlich über dem Grenzwert gelegen – und das ist der Anlass für die von der EU geforderten Maßnahmen.

kommentar

Verkehr wird

Zankapfel

Der Verkehr in Oldenburg dürfte eines der umstrittensten Wahlkampfthemen für die Ratswahl am 11. September werden. Und darüber hinaus. Nur auf wenigen Feldern liegen die Parteien so weit auseinander. Das gilt vor allem für CDU und Grüne. Während die CDU in ihrem Programm „Freie Fahrt“ für Autos und mehr Parkplätze in der Innenstadt fordert, sprechen sich die Grünen explizit für weniger Autoverkehr, Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen und den Abbau von Einzelparkplätzen in der City aus. Die SPD will weiter Tempo 50 auf Hauptstraßen und keinen Abbau von Einzelparkplätzen.

Alle wähnen sich im Besitz guter Gründe. Die CDU nimmt die Bedeutung des Einzelhandels in der City in den Blick und will alles vermeiden, was Kunden aus dem Umland abschrecken könnte. Die SPD will ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Verkehrsträger, die Grünen wegen der Luftverschmutzung dezidiert weniger Autoverkehr.

Wähler haben hier also eine Wahl. Aber: So oder so wird sich der neue Rat mit Verkehrsauflagen am Wallring befassen müssen. Weil die Schadstoffgrenzwerte dort überschritten werden, verlangt die EU Reaktionen. Daran führt kein Weg vorbei. Für keine Partei.

Den Autor erreichen Sie unter
Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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