Oldenburg/Wehnen - Pro Jahr erfüllt mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland die Kriterien einer psychischen Erkrankung. Erschreckend, oder? Für Betroffene und Angehörigen sind diese Erkrankungen mit einem erheblichen Leidensdruck und Einschränkungen im sozialen wie beruflichen Leben verbunden. Und obwohl es so viele Betroffen gibt, sind seelische Erkrankungen oft von Scham begleitet. Während über Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer und überall geredet werden kann, bleiben psychische Erkrankungen ein Tabuthema. Mit ihrer neuen Veranstaltungsreihe „Gespräche zur seelischen Gesundheit“ will die Karl-Jaspers-Klinik mehr Offenheit herstellen, über psychische Erkrankungen informieren und mit Betroffenen, Angehörigen und Interessierten in den Austausch kommen.
Wissen vermitteln
Es sind die Experten der Klinik in Wehnen, die bei den Veranstaltungen als Referenten und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sie geben einen Überblick über verschiedene psychische Krankheitsbilder wie Angststörungen, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen, liefern Hintergründe zur Entstehung, zu Behandlungsmethoden sowie aktuelle Forschungsergebnisse zu den Erkrankungen. Einmal im Quartal soll so eine Veranstaltung im Schlauen Haus in Oldenburg, Schloßplatz 16, stattfinden. Der Auftakt ist am kommenden Dienstag, 4. Juli, von 19 bis 20.30 Uhr im Schlauen Haus in Oldenburg zum Thema „Die Bewältigung des Unerträglichen – Abhängigkeitserkrankungen im Kontext“
„Wir möchten Betroffene, Angehörige und Interessierte dabei unterstützen, umfassendes Wissen über psychiatrische Themen zu erlangen“, heißt es in der Einladung aus der Karl-Jaspers-Klinik.
In der ersten Auflage spricht Klinikdirektorin Dr. Ulrike Matthiensen über Abhängigkeitserkrankungen: Abhängigkeit entwickele sich meist aus einem verzweifelten Versuch, mit Unerträglichem umzugehen. Die Situation werde für die Betroffenen jedoch durch die Abhängigkeit viel schlimmer. Es entstehe eine Abwärtsspirale, die Betroffene oft nicht aus eigener Kraft verlassen können. Um Menschen aus dieser Falle heraus zu begleiten, könne das Verstehen des Zusammenhangs der Abhängigkeit hilfreich sein, um dann einen individuellen Ausweg zu finden. Matthiensen, Direktorin der Klinik für Suchtmedizin und Psychotherapie der Karl-Jaspers-Klinik, stellt den Teufelskreis dar und erläutert an Beispielen, wie Vorbeugung und Hilfen aussehen können.
Teilnahme kostenfrei
Der Vortrag ist kostenfrei. Um eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@schlaues-haus.de oder unter Tel. 0441/99873398 wird gebeten.
Am 5. September wird die Reihe mit dem Vortrag „Autismusspektrumsstörungen“ von Dr. Christian Figge fortgesetzt. Am 14. November sprechen Prof. Dr. Dr. René Hurlemann und Sebastian Spanknebel über die „Personalisierte Therapie der Depression“.
