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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Was im Jahr 2010 in der Stadt wichtig war

30.12.2010

JANUAR

       Das Jahr beginnt mit minus 12 Grad und leeren Streusalzregalen im Handel. Die Kinder erobern den „Utkiek“, die stillgelegte Mülldeponie in Osternburg, als Rodelberg. Die Stadt verzichtet auf „Schneeknöllchen-Verteilung“. Damalige Begründung: Eine Stadt, die ihren Verpflichtungen im Winterdienst nicht vollständig nachkomme, könne keine Bußgelder eintreiben.

Der Erweiterungsbau des Technologie- und Gründerzentrums wird eingeweiht. Für sieben Millionen Euro wird die Kapazität des TGO verdoppelt.

Der Bundesgerichtshof bestätigt das Urteil gegen den Holzklotz-Mörder Nikolai Hecht: Es bleibt bei lebenslanger Haft.

FEBRUAR

Ab 1. Februar gilt die freiwillige Sperrstunde für die Gastronomie von 5 bis 7 Uhr. Grund: Die zunehmende Gewalt in der Innenstadt.

Die Polizei verhindert Rockergewalt. 700 Rocker sind in der Stadt, „Bandidos“ und „Red Devils“. 150 Waffen werden beschlagnahmt.

Auf nicht gestreuten Nebenstraßen stürzen viele Menschen – eine 81-Jährige und ein 70-Jähriger sterben an den Folgen. Die Stadt ändert dennoch nichts am Winterdienst. Hinzu kommt: Kurzfristige und nicht gut kommunizierte Unterrichtsabsagen verärgern Eltern und Schüler. Die Kritik an der Stadt nimmt zu. Dann beendet Tauwetter die Debatte.

Das traditionsreiche Kaffeehaus Bürgerbusch wird abgerissen. Hier entstehen jetzt Wohnhäuser.

MÄRZ

Der Prozess gegen Micky M. aus Lemwerder beginnt. Am Ende des Monats wird er schuldig gesprochen, im September 2009 einen Taxifahrer unweit des Bornhorster Sees ermordet zu haben. Er muss für zehn Jahre ins Gefängnis – Jugendstrafe.

Das bislang größte Projekt der China-Initiative, eine Ökosiedlung in Huaxi, ist gescheitert. Unternehmer greifen die Untätigkeit der städtischen China-Initiative der Stadt an.

Der Rat beschließt den Haushalt 2010 – mit einem Rekorddefizit von 42 Millionen Euro. Es wird bis Jahresende wegen höherer Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer auf die Hälfte sinken.

Ein Taxifahrer wird von seinen Fahrgästen auf der Bürgerstraße fast erwürgt. Wenig später nimmt die Polizei die mutmaßlichen Täter fest: eine 16-Jährige und einen 20-Jährigen aus Friesland.

Eine Missbrauchs-Serie, die sich von den 50er bis zu den 80er Jahren im Gertrudenheim ereignete, kommt nach 30 Jahren ans Licht. Der mutmaßliche Täter ist schon lange tot.

APRIL

Der Schnee ist zwar geschmolzen, dafür regnet es aus Kübeln – weshalb bei den Osterfeuern so wenig Besucher kommen wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Grundsteinlegung für die neue Feuerwache. Bis Ende 2011 entsteht in Bürgerfelde für 6,2 Millionen Euro der Neubau.

In der Innenstadt werden trotz vieler Kritiker die beiden ersten Überwachungskameras installiert. 120 000 Euro kostet das Projekt.

Eines der interessantesten Bauprojekte der vergangenen Jahre feiert Fertigstellung. Die EWE hat den Turm der alten Fleiwa saniert und ein super-modernes Tagungszentrum mit Kantine dort eingerichtet.

Die Oldenburger des Jahres werden geehrt: Im Schloss bekommen Jördis Früchtenicht (19) und Herbert Brand (63) ihre Urkunden. Früchtenicht hatte sich in der Boumdoudoum-AG des Neuen Gymnasiums und als ehrenamtliche Helferin in der Bahnhofsmission engagiert. Brand wurde für seinen Einsatz für das Zentrum für trauernde Kinder ausgezeichnet.

Eine begeisternde Premiere feiert der Circus Roncalli am 17. April. Mehrere zehntausend Menschen besuchen die Vorstellungen bis Mitte Mai.

Für einen Eklat sorgt der CDU-Ratsherr Rainer Zemke. Bei einer Diskussionsveranstaltung schlägt er seinen Parteifreund Sascha Fankhänel nieder. Zemke tritt fünf Tage später von allen Ämtern zurück und verlässt die Partei.

Oldenburg hat keinen Minister mehr in der Landesregierung: Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ruft im Rahmen einer Kabinettsumbildung seinen Parteifreund Lutz Stratmann ab.

MAI

Eine Hausbesetzung in der Amalienstraße dauert nur wenige Stunden an. Dann räumt die Polizei das Gebäude.

Endlich Frühling: Am 15. Mai öffnen wieder die Traumgärten in der Innenstadt. Einige bleiben bis kurz vorm Stadtfest bestehen. Normalerweise dürfen vorm Europa-Parlament in Straßburg nur Dienstwagen der Parlamentarier vorfahren. Für die Oldenburg-Kutsche aber wird eine Ausnahme gemacht.

Beim Oldtimer-Grand-Prix sorgen wieder mehrere zehntausend Besucher in der Innenstadt für ein ganz besonderes Rennflair. Mehr als 120 historische Autos fahren mit maximal Tempo 30 durch die Innenstadt.

JUNI

Oldenburg bekommt eine neue Sporthalle. In Wechloy wird der Grundstein für das Handball-Internat gelegt. Kosten: 3,4 Millionen Euro.

Rekordbeteiligung beim Brunnenlauf: Mehr als 3200 Läufer gehen an den Start. Auf der Hauptstraße herrscht Volksfest-Stimmung unter den 10 000 Besuchern.

In Südafrika rollt der Ball, und die Oldenburger feiern und fiebern in der WM-Arena an der Weser-Ems-Halle mit.

Stadtbaurat Frank-Egon Pantel (61) wird nach acht Jahren verabschiedet. Der OB wollte ihn nicht für eine weitere Amtszeit vorschlagen. Nach einem Nachfolger wird seitdem gesucht.

So bunt ist Oldenburg nur am Christopher-Street-Day: 10 000 Schwule und Lesben ziehen durch die Innenstadt, demonstrieren für Toleranz und feiern viele Partys.

JULI

Dieser Monat beginnt wahrlich heiß: Zuerst brennt – zum dritten Mal innerhalb weniger Tage – ein Stehcafé an der Liegnitzer Straße (2. Juli), dann bricht die große Schwüle an. Am 9. Juli werden 35 Grad im Schatten gemessen – mehr als in Malaga.

Für den Kultursommer (ab 15.) ein eher ungewöhnliches Wetter; normalerweise ist sein Auftakt verregnet. Den Oldenburger Tourismusmanagern ist der Sonnenschein dagegen nur recht: Sie kreieren eine Paddelboot-Rundfahrt um die Innenstadt – und lösen eine monatelange Diskussion über die Rückkehr kleiner Bäche ins Bild der City aus. Am Ende tut sich nix – aber der gelungene 1. Hafentag (18.) bewies, dass die Stadt eben doch nahe am Wasser gebaut hat.

AUGUST

Und das Wasser hält die Stadt weiter in Atem: Am 18. August kommt der große, einstündige Starkregen, der Teile des Stadtnordens in den Fluten versinken lässt. Gräben und Kanäle sind den nassen Massen nicht mehr gewachsen.

Bei diesem Jahrhundertereignis geht fast unter, dass am 5. August die IGS Kreyenbrück eingeweiht wird, dass der Brand eines Neubaus an der Mies-van-der-Rohe-Straße einen Schaden von 150 000 Euro auslöst (7.) und dass das Noro-Virus die Universität tagelang lahmlegt (ab 12.).

SEPTEMBER

Kaum ist das Stadtfest von Ende August Vergangenheit, da wird schon wieder gefeiert: Das Filmfest (15.-19.) lädt in den Zelluloid-Himmel ein, und alle kommen. Seltsam: Viele haben Frösche dabei, ein Zeichen des Protests gegen die beabsichtigte Zuschusskürzung. Die Satire der Filmleute kommt bei der Politik allerdings nicht gut an.

Es gibt auch Wichtigeres: Seit 9. September gilt Oldenburg als Hochburg der Fahrraddiebe (Rang 3 im Bundesvergleich), und am 11. werden drei Neunjährige betrunken mit einer Flasche Wodka auf einer Wiese erwischt. Kulturdezernent Martin Schumacher wird in Bonn zum Kulturdezernenten gewählt. Er verlässt Oldenburg zum 1. Dezember.

OKTOBER

Der 403. Kramermarkt zieht erneut 1,5 Millionen Besucher an. Während des Abbaus bricht das Riesenrad zusammen. Beim Brand eines Wohnhauses im Rotlichtviertel erstickt ein Rentner. Die Stadt stoppt neue Supermärkte in den Stadtteilen. Die ehemalige Bürgermeisterin Waldtraut Scheibert (CDU) stirbt mit 74 Jahren. 3000 Demonstranten aus ganz Deutschland protestieren gegen die Hartz-IV-Sätze. Die NWZ  enthüllt: Nächster Kohlkönig wird Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler. Der City-Lauf (erstmals mit Marathon) hat 3600 Teilnehmer und 7000 Zuschauer.

Wieder Hochzeit im Hause Oldenburg. Herzogin Beatrix heiratet Sven von Storch. Die Gegner der ECE-Schlosshöfe scheitern erneut vor Gericht. Neue Rabbinerin der jüdischen Gemeinde wird Alina Treiger. Die Volkshochschule eröffnet ihren Neubau (6,8 Millionen Euro) an der Karl-straße.

NOVEMBER

OB Gerd Schwandner feiert Bergfest, er hat am 1. die Hälfte seiner Amtszeit absolviert. Trendwende auf dem Immobilienmarkt: Nach Jahren der Stagnation steigen die Preise bis zu 20 Prozent. Zur 36. Kinderbuchmesse Kibum kommen 35 000 Besucher. Die wegen ihrer Preispolitik unter Beschuss geratene EWE verlässt das Stadtmarketing. Die CDU schließt als erste Partei ihre Nominierungen für die Kommunalwahl im Herbst 2011 ab.

Die Verwaltung prüft und verwirft mehrere Varianten einer Bahnumgehung auf Stadtgebiet. Den Olly-Preis der Stadt für familienfreundliche Unternehmen erhalten LzO und die Firmengruppe Eriksen. Ein 28 Jahre alter Familienvater wird vermisst – und nach großer Suchaktion ertrunken in einem Graben gefunden. Der Rat verlangt von der EWE die volle Gaspreis-Rückzahlung. Die Ohmsteder Kirche darf nach einem Urteil von 22 bis 6 Uhr nicht läuten. Michael Diers erhält den Zivilcourage-Preis der NWZ ; er hatte einen Mann aus der Haaren gerettet.

DEZEMBER

Aufstand in der SPD: Sieben Vorstandsmitglieder (darunter zwei Vize) legen aus Protest gegen die Vorsitzende Gesine Multhaupt ihre Ämter nieder und fordern Multhaupt zum Rücktritt auf. Die indes will im Amt bleiben.

Der Grundstein für das Schlaue Haus wird gelegt. Am Stau eröffnet eine Brauerei mit Oldenburger Bier. Das alte Bahngebäude am Krusen­busch­er Bahnhof wird für 365 000 Euro versteigert – am Telefon. Ratsherr Alexander Broel (erst 14 Monate im Rat) wechselt von der CDU zu den Grünen. Die Verwaltung verteilt Schnee-Knöllchen bei mangelnder Räumung und sorgt für Aufregung beim Wintereinbruch.

Der zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte Holzklotz-Mörder Nikolai Hecht bekommt über zwei Instanzen wegen Exhibitionismus in der Knast-Zelle noch eine Geldstrafe.

Eine Überraschungs-Mehrheit aus CDU, Grünen und BFO beschließt mit dem OB den Haushalt (22 Millionen Defizit). Wichtigste Punkte: Neubau der BBS 3, Sanierung des Marschwegstadions und (noch) keine Bettensteuer.

Michael Exner
Autor
Jasper Rittner
Redaktionsleitung
Redaktion Westerstede/Oldenburg
Tel:
04488 9988 2601

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