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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Weihnachtsoratorium – frisch, fromm, fröhlich, frei

14.12.2010

OLDENBURG „Jauchzet, frohlocket!“ war gestern. Nicht nur für den Lambertichor Oldenburg, das Ensemble „La Dolcezza“, Britta Stallmeister (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Jan Kobow (Tenor), Sebastian Noack (Bass) und Tobias Götting am Dirigentenpult. Sondern auch für die Hörer, die am Sonnabend in der Lambertikirche von diesen Ausführenden bereits die Kantaten I-III aus Bachs Weihnachtsoratorium erlebten.

Doch auch die Teile IV-VI von denselben zu hören war ein (zu) schnell vorbeieilender Genuss. Von Solisten und Instrumentalisten erwartet man die überzeugend souveräne und denn genauso abgelieferte Bewältigung eines solchen Mammutprogrammes, insbesondere „La Dolcezza“, welches seinem Namen alle Ehre machte und ebenso sensible wie filigrane Graziosität verbreitete.

Doch wie steht es mit einem Laienchor, wie auch die Kantorei an St.-Lamberti nun einmal einer ist? Ungeachtet der Strapazen eines mit Sicherheit vorausgegangenen Probenmarathons bestachen dessen Mitglieder durch ihren frischen, nahezu jugendlichen schlanken und beweglichen Klang, dem Göttings geschickt sich verzahnende Aufstellung zudem zu durchsichtig bleibender Geschlossenheit verhalf. Unproblematisch die Höhe und die technischen Anforderungen: so gestalteten sich die großen Chöre schwungvoll und locker, weit entfernt vom angestrengten Kampfsingen, wie man es landauf, landab geboten bekommt. Ebenso die Solisten: sehr präsent, aber ohne überladenes Pathos und Krippenkitsch fügten sich Sopran, Alt und Bass farblich abgestimmt ins Ganze, explizit Evangelist Jan Kobow, kein Heldentenor, aber ein guter Erzähler.

Überhaupt lebte die gesamte Aufführung von einem Gestus, dem, durch läuternde schlichte, geradezu unbekümmerte Frömmigkeit und glättende Leichtigkeit die Dramatik doch ein wenig abhanden gekommen war.

Am Ende jedenfalls prasselte der Beifall von einem Publikum, das sehr differenziert auch die hervorragenden Ensemblesolisten würdigte. Als Zugabe, wie konnte es anders sein, den Eingangschor: „Jauchzet, frohlocket!“ also quasi bis Weihnachten; das kann nun getrost kommen.

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