Oldenburg - „Ehrlich gesagt bin ich immer noch erstaunt über das, was mir am Wochenende passiert ist“, sagt die Oldenburgerin, die lieber anonym bleiben möchte. Fast wäre sie Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden, die laut Polizeiaussagen derzeit in ganz Deutschland auftaucht.
Vergangenen Samstag hatte die Oldenburgerin eine Whatsapp-Nachricht bekommen, die vermeintlich von ihrem erwachsenen Sohn stammte. Die Nachricht las sich in etwa so: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt und wird repariert. Ich habe jetzt ein altes Handy, da funktioniert das Mikrofon leider nicht, deshalb können wir nicht telefonieren. Aber wir können schreiben.“ Am Ende der Nachricht stand ein Herz, über das sich die Oldenburgerin wunderte. „So schreibt mein Sohn eigentlich nicht“, sagt sie.
Um 2300 Euro gebeten
Eine anfängliche Skepsis habe sich eingeschlichen, als die Person, die sich als ihr Sohn ausgab, um Geld bat. „Er sagte, er habe ein Problem und könne zwei Online-Rechnungen nicht begleichen“, erklärt sie. In einer weiteren Nachricht wurde sie darum gebeten, das Geld – mehr als 2300 Euro – auszulegen. Direkt am Montag wolle er ihr das Geld zurückgeben. „Im Nachhinein habe ich realisiert, wie schlau diese Person vorgegangen ist. Es wurde immer darauf gewartet, wie ich reagiere, um dann weiter auf mich einzureden“, sagt die Oldenburgerin.
Dass ihr Sohn Geld von ihr verlange, sei ihr merkwürdig vorgekommen. „Ich habe gesagt, dass ich das Geld nicht überweisen werde“, schildert die Frau ihre Antwort. „Wenigstens 800 Euro, bitte Mama!“, schrieb die Person weiter. Doch sie blieb bei ihrer Entscheidung und zahlte nicht.
Skeptisch bleiben
Dass es sich um eine Betrugsmasche gehandelt hatte, ahnte die Oldenburgerin zu dem Zeitpunkt noch nicht. Erst als sie zwei Tage später einen Anruf ihres Sohns erhielt und dieser von nichts wusste, sei ihr das bewusst geworden. „Er rief von seiner normalen Nummer an und sagte, dass sein Handy nicht kaputt gegangen sei und dass er mir solche Nachrichten auch nicht geschrieben hätte“, erklärt sie.
Die Oldenburgerin erstattete Anzeige bei der Polizei, die diese Betrugsmasche bereits kennt. Demnach tauche die Whatsapp-Betrugsmasche bereits seit mehreren Monaten immer wieder auf. In vielen Fällen bliebe es zum Glück jedoch bei einem versuchten Betrug. „Diese Betrugsmaschen sind tückisch“, sagt Carsten Vogt, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland.
Er rät dazu, am besten gar nicht erst auf solche Nachricht zu reagieren. „Rufen Sie auf der alten Nummer des Sohns oder der Tochter an“, empfiehlt Vogt. Sollte niemand rangehen, sei es zudem eine Option, sich bei weiteren Angehörigen zu erkundigen, ob etwas an der Geschichte dran sein könnte. In keinem Fall sollte Geld an angebliche Vertrauenspersonen überwiesen werden. Wer das jedoch getan hat, sollte seine Bank kontaktieren, die Überweisung zurückfordern und Anzeige bei der Polizei erstatten.
