Oldenburg - Auf die Frage, ob E-Zigaretten und E-Shishas so harmlos sind, wie sie teilweise vermarktet werden, hat Prof. Dr. Dellweg vom Pius-Hospital in Oldenburg eine klare Antwort: „Nein, sind sie nicht“, sagt der Lungenspezialist und Direktor der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie.
„Bei der E-Zigarette entsteht zwar keine Verbrennung wie bei der konventionellen Zigarette, aber auch im Dampf, dem Aerosol, der E-Zigaretten sind Schadstoffe enthalten. Wie bei den klassischen Rauchern können die Konsumenten eine chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf entwickeln. Es gibt aber auch Patienten, die ein akutes Lungenversagen bekommen. Der medizinische Begriff hierfür ist „EVALI“, das steht für „E-cigarett or vaping product use associated lung injury“ (Anm. d. Red.: Akute Lungenschädigung im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten oder anderen Produkten, mit denen Dampf inhaliert wird). Im Jahr 2019 und 2020 gab es deswegen in den USA bereits 2800 akute Krankenhausaufenthalte und 68 erfasste Todesfälle“, berichtet Dellweg.
Was den Konsum der E-Dampfer als Mittel zur Tabakentwöhnung angeht, zeigt sich Dellweg zwiegespalten: „Offiziell empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Lungenheilkunde und Beatmungsmedizin die Anwendung anderer Nikotinersatzprodukte zur Tabakentwöhnung. Es gibt jedoch wissenschaftlich auch Belege, die eine Überlegenheit der nikotinhaltigen E-Zigarette bei der Raucherentwöhnung belegen. Allerdings nur bei der Entwöhnung – die nikotinhaltige E-Zigarette ist leider auch oft der Einstieg in den späteren klassischen Zigarettenkonsum.“
