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ZDF-Reportage über Oldenburgerin Diese Hebamme ist auch mit dem Leichenwagen unterwegs

Babybesuch im Bestattungshaus: Ellen Matzdorf (rechts) arbeitet als Bestatterin und Hebamme. Sie betreute auch Laetitia Lübcke und ihren Sohn.

Babybesuch im Bestattungshaus: Ellen Matzdorf (rechts) arbeitet als Bestatterin und Hebamme. Sie betreute auch Laetitia Lübcke und ihren Sohn.

Wiefelstede/Oldenburg - Am Anfang stand eine Idee: Der Oldenburger Objektkünstler Michael Olsen wollte ein Rad konstruieren, auf dem ein Sarg zur Beerdigung transportiert werden kann. Aus der Idee wurde ein Plan und darauf durch die Bekanntschaft mit der Bestatterin Ellen Matzdorf ein Projekt, das längst in die Tat umgesetzt wurde. Für sich genommen ist ein Sarg-Lastenfahrrad schon ungewöhnlich, zusätzliche Spannung verleiht der zweite Beruf von Ellen Matzdorf dem Thema. Sie arbeitet als Hebamme, verhilft also Menschen auf die Welt und begleitet ihr Sterben, das Abschiednehmen und die Bestattung.

Bericht schlägt Wellen

Ein Bericht über Ellen Matzdorf und Michael Olsen in der Nordwest-Zeitung schlug deutschlandweit Wellen. Zahlreiche Zeitungen, darunter auch einige im Ausland, griffen das Thema auf, und nun haben es die beiden ins Fernsehen geschafft. Unter dem Titel „Vom Anfang und Ende des Lebens“ beschreibt Johann Ahrends in der renommierten ZDF-„37°“-Reportage-Reihe an diesem Dienstag ab 22.15 Uhr ihren Alltag zwischen Wiege und Bahre.

Ellen arbeitete früher als Beleghebamme im Krankenhaus und betrieb ein eigenes Geburtshaus, war bei mehr als 1000 Geburten dabei. Eines Tages starb ein Baby kurz nach der Geburt – für die Hebamme ein Wendepunkt in ihrem Leben. Sie erlebte, wie sehr die jungen Eltern kämpfen mussten, um die Bestattung ihres Babys so zu gestalten, wie es sich für sie gut anfühlte. Das wollte die Oldenburgerin ändern und machte eine Fortbildung zur Bestatterin: „Wenn die jungen Eltern möchten, dass ihr verstorbenes Kind noch nach Hause kommt und in die Wiege gelegt werden soll, dann mache ich das möglich.“

Zu Gast im Ammerland

Berichtet wird in der Reportage auch über Laetitia Lübke aus Wiefelstede, die ihr zweites Kind erwartet und froh ist, eine so erfahrene Geburtshelferin an ihrer Seite zu haben. Nach dem ersten Besuch der Hebamme bekam sie einen besorgten Anruf ihrer Nachbarin: Sie hatte den Bestattungswagen vor dem Haus gesehen. Diese Situationen kennt Ellen. Für sie sei es jedoch kein großer Unterschied, ob sie als Hebamme oder Bestatterin im Einsatz sei. „Es ist die gleiche Energie“, sagt die 59-Jährige.

Die „37°“-Reportage steht am Sendetag ab 8 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Thomas Husmann
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