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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Integration: 9000 Kilometer für eine Ausbildungsstelle

19.10.2013

Oldenburg Sicherlich, um einen gewünschten Ausbildungsplatz zu erhalten, wechselt man schon einmal den Wohnort, manchmal sogar das Bundesland. Dass man hierfür aber einmal um die ganze Welt reist, ist dann doch eher ungewöhnlich. Takeshi Yamamoto hat es dennoch getan. Seine Reise führte ihn aus Fukuoka im Süden Japans knapp 9000 Kilometer in Richtung Westen, nach Oldenburg.

Seit zwei Monaten läuft hier im Autohaus Munderloh seine Ausbildung zum Mechatroniker. „Ich liebe Autos“, erzählt der 33-Jährige, insbesondere die Reparatur von Autos interessiere ihn. „Das ist in Japan aber nicht so ausgeprägt wie hier“, fährt er fort. Vielmehr würden die Japaner ihre Fahrzeuge nach größeren Schäden, oder einer gewissen Anzahl gefahrener Kilometer eher verkaufen, als sie reparieren zu lassen. Für einen Job als Mechatroniker waren dies aus Yamamotos Sicht denkbar schlechte Voraussetzungen.

Hinzu kam die Angst: „Durch die Katastrophe in Fukushima hat sich vieles verändert. Ich habe Angst, dass die Lebensmittel in Japan radioaktiv belastet sind“, erklärt Yamamoto. Zwar bestreitet dies die japanische Regierung, doch die Zweifel beim dreifachen Familienvater blieben. Und so reifte der Entschluss, sich in Deutschland zu bewerben. „Ich war schon einmal für zwei Monate in Deutschland, und es hat mir sehr gut gefallen“, erklärt Yamamoto seine Wahl.

Das erste Jahr in Deutschland war für den Familienvater dennoch schwierig: „Ich sprach nur japanisch und musste oftmals für viel Geld einen Dolmetscher in Anspruch nehmen“, erinnert er sich. Auch eine Agentur nahm er in Anspruch, die für ihn deutschlandweit nach potenziellen Arbeitgebern Ausschau hielt.

Eine der Bewerbungen landete schließlich auf dem Schreibtisch von Andrea Munderloh. Sehr zur Verwunderung der Geschäftsführerin des Autohauses. „Eine Bewerbung aus Japan hatten wir auch noch nicht.“ Die ungewöhnliche Bewerbung verstand man gleichzeitig auch als Chance. „Ich denke, dass er mit seinem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund eine Bereicherung für unser Team ist“, sagt Munderloh.

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Für Takeshi Yamamoto ging somit sein Wunsch in Erfüllung. Wenn auch mit einem kleinen Wermutstropfen verbunden. Seine Frau und die Kinder blieben erst einmal in München, wohin die Familie im August vergangenen Jahres aus Japan hinzog. „Die Kinder hatten dort Freunde gefunden, da wollten wir sie nicht aus dem Freundeskreis wieder herausreißen“, erzählt Yamamoto.

Drei Jahre wird die Ausbildung für den japanischen Lehrling dauern. Was danach kommt, darüber hat sich Yamamoto noch keine Gedanken gemacht. Sicher ist nur: „Ich will nicht nach Japan zurück, sondern in Deutschland bleiben.“ Und sich natürlich ein eigenes Auto kaufen. Aber das ist bei einem so großen Autofan wie Yamamoto ja eine Selbstverständlichkeit.

Martin Thaler Volontär / NWZ-Redaktion
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