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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Stadtentwicklung: Abriss der Cäcilienbrücke schmerzt

17.01.2014

Oldenburg Hat die Vergangenheit Zukunft? Die Cäcilienbrücke gehört zur Geschichte der Stadt, und wenn es nach vielen Oldenburgern geht, soll dies auch so bleiben. Das machten mehr als 100 von ihnen am Mittwochabend im völlig überfüllten Schlossatelier deutlich.

Der Oldenburgische Architekten- und Ingenieurverein (AIV) hatte die zum Abriss freigegebene Brücke zum Thema einer Podiumsdiskussion gemacht. Dabei stand die Frage der Glaubwürdigkeit offen im Raum. Torsten Stengel, Leiter des für die Brücke zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremen (WSA), warb um Vertrauen in das Ergebnis der Experten, dass das Bauwerk nicht zu retten sei. Ihm sprang der stellvertretende AIV-Vorsitzende Hans Georg Bröggelhoff bei, der selbst beim Erstellen des Gutachtens mitgewirkt hatte. Eine Instandsetzung sei nicht möglich, „das Ergebnis ist eindeutig“.

Zweifel am Urteil

Viele Zweifel an diesem Urteil kamen aus dem Publikum. Der renommierte Architekt Gregor Angelis meinte, dass es in der heutigen Zeit sehr wohl möglich sei, „so ein Denkmal zu stabilisieren und zu erhalten“. Heidi Tauchert, Vorsitzende des Bürgervereins Osternburg-Dammtor, warf dem WSA vor, Instandhaltungspflichten vernachlässigt und das Ende der Brücke so forciert zu haben. Sie habe nie ein Baugerüst an den Türmen gesehen.

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Stengel blieb dabei: Die Brücke müsse auf jeden Fall zurückgebaut werden. Wie sie dann wieder aufgebaut werde, „darüber können wir ja noch einmal diskutieren“ – wobei er nicht erwähnte, an welcher Stelle man als Bürger in diese Diskussion einsteigen kann. Der identische Wiederaufbau sei nur eine der zahlreichen möglichen Lösungen. Großer Applaus war die Antwort.

Die Diskussion über die Zukunft der Brücke krankte allerdings daran, dass entscheidende Stimmen fehlten. Wiebke Dreeßen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege wählte kurzfristig einen anderen Termin. Stadtbaurätin Gabriele Nießen hatte nach Aussagen von Prof. Dr. Lutz Beckmann, Dekan für Architektur an der Jade Hochschule, bereits frühzeitig abgesagt.

Beckmann übernahm die Rolle, die städtische Position anhand eines Strategiepapiers der Verwaltung zu skizzieren. Er fand darin weder die Forderung nach einem Erhalt des Wahrzeichens noch nach einer exakten Rekonstruktion. Mehr noch: „Eine Historisierung wird in der Mehrheit des Textes abgelehnt.“

Die Zukunft der Brücke liegt derzeit in einem offenen Wettbewerb, der, so Stengel, demnächst ausgeschrieben werden soll. Laut Beckmann ist dies, wenn keine Vorgaben gemacht werden, ein schlechtes Zeichen für einen exakten Wiederaufbau. Erfahrungsgemäß werde „die Rekonstruktion die am wenigsten diskutierte Variante sein.“

Stadt nicht vertreten

Bernd Müller, zwar auch Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, an diesem Abend aber als AIV-Vorsitzender auf dem Podium, warb zwar nicht direkt für eine neue Brücke, warnte aber vor „verkrampftem Historismus“. Wenn die Brücke tatsächlich einmal zurückgebaut sei, „dann darf es auch keine Denkverbote geben“.

Gerd Hochmann, der die Osternburger Kaufleute vertrat, ging nach eigener Aussage mit einem „leicht besseren Gefühl“ nach Hause. Wohl auch, weil er im Publikum gesehen hat, dass für viele das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Auch Beckmann schien mit Blick auf die emotionalen Zuhörer noch Chancen für Widerspruch zu sehen. „Dafür müsste sich aber eine andere Lobby formen, als die, die es bislang gab.“

Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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