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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Amphibien ziehen den Kürzeren

25.03.2017

Ofenerdiek Die Amphibien müssen weichen, die Anlieger haben ihren Kampf für die Umwelt und das Biotop verloren, auf einem knapp vier Hektar großen Hintergrundstück am Bardieksweg dürfen fünf Einfamilienhäuser gebaut werden. Der Bauausschuss stimmte in seiner Sitzung am Donnerstagabend gegen die Stimmen der Grünen und AfD der Bebauungsplan-Änderung zu.

Anwohner enttäuscht

Anliegersprecher Horst Wesner zeigte sich sehr enttäuscht vom Abstimmungsverhalten der SPD- und CDU-Ratsvertreter, die doch von den Bürgern mehrheitlich gewählt worden seien und sich nun aus seiner Sicht nicht für die Wünsche und Belange der Ofenerdieker einsetzten. Baudezernentin Gabriele Nießen hielt ihm entgegen, dass es sehr viele Familien gebe, die innerhalb der Stadtgrenzen ein Einfamilienhaus bauen wollten. Die Nachfrage übersteige bei weitem das Angebot. Dieses gehobene öffentliche Interesse sieht Grünen-Sprecher Sebastian Beer nicht. Das sei nicht die Nachverdichtung, für die seine Fraktion bei der Verabschiedungs des Stadtentwicklungsprogrammes (Step) 2025 gestimmt habe. „Wir müssen prüfen, wie viele Flächen wir noch verbrauchen wollen“, warf er in die Runde. SPD-Ratsfrau Margrit Conty entgegnete, dass um den Bardieksweg herum viele Grünflächen zur Verfügung stehen – beispielsweise am Swarte-Moor-See. Auch das Weißenmoor sei nicht weit entfernt.

Im Auftrag der Stadt hatte ein Unternehmen bereits im Februar damit begonnen, die Amphibien zum Fliegerhorst umzusiedeln und an den zwei künstlich von den Anliegern angelegten Teichen Fangzäune aufzustellen. Das Grundstück gehört komplett der Stadt Oldenburg, mit einigen Anliegern bestand ein mittlerweile aufgelöstes Pachtverhältnis.

Die Stadtgruppe Oldenburg des Naturschutzbundes appelliert unterdessen an Politik und Verwaltung, die grünen Inseln im Stadtgebiet zu erhalten. „Die Stadt Oldenburg verliert Tag für Tag privates Grün; wer aufmerksam durch die Stadt geht, der wird in jedem Stadtteil Woche für Woche den Verlust von privatem Grün erleben“, schreibt Nabu-Vorstandsmitglied Rolf Grösch in einer Stellungnahme.

Verlust von Grün

Alte Häuser mit Garten würden durch „Residenzen“ ersetzt, deren Hauptmerkmal ein pflegeleichtes Abstandsgrün sei, anstelle von artenreichen Gärten. In dieser Situation sollten gerade städtische Flächen nicht nur kurzfristigen Rendite-Erwägungen unterliegen, sondern eher Vorbildcharakter für den Erhalt grüner Inseln haben.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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