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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Selbstständigkeit: Aromatischer Genuss auf drei Rädern

23.01.2015

Oldenburg In Cafés treffen sich Menschen zu einem netten Schwätzchen. Sie genießen dazu einen Cappuccino, einen starken Espresso oder einen aromatischen Tee. Herbert Brandt betreibt ein solches Lokal – mit einem Unterschied: Seines hat drei Räder, ist mobil und ungebunden, aber keinesfalls schlechter ausgestattet. Denn wenn der 68-Jährige die schwarze Dachplane aufklappt, erscheint eine perfekt eingerichtete Kaffeebar. Das Lasten-Fahrrad trägt einen Kasten aus Mahagoni-Holz. Darauf montiert sind eine italienische Siebträger-Kaffeemaschine, eine Kaffeemühle, ein 35 Liter fassender Frischwassertank, zwei Waschbecken und eine Saftpresse für frischen Orangensaft. Einen Stromanschluss benötigt Brandt nicht, die Espressomaschine wird mit Gas betrieben. 450 Kilogramm bringt das nostalgisch angehauchte Gefährt auf die Waage.

Herbert Brandt tritt indes nur selten über eine längere Strecke wirklich in die Pedalen. Um zu seinen Einsatzorten zu gelangen, verfrachtet er seinen rollenden Kaffeeladen mit einer Seilwinde in einen Auto-Anhänger, der auch Platz für ein 4,50 mal drei Meter großes Zelt sowie für Stehtische bietet. Kosten wie für „ein Mittelklasseauto“ hat er in das „Coffee-Bike“ und in die Ausstattung investiert.

Die Idee, ein mobiles Café zu betreiben, war ihm vor einigen Jahren bei einem Besuch in Groningen gekommen. In Oldenburgs niederländischer Partnerstadt ist der mobile Kaffee schon seit längerem verbreitet: „So etwas müsste man auch bei uns machen“, dachte Herbert Brandt damals. Tobias Zimmer und Jan Sanders hatten in Osnabrück zeitgleich denselben Gedanken: Die beiden Jungunternehmer setzten die Geschäftsidee um und gründeten mit Erfolg die „Coffee-Bike GmbH“ – und seit August vorigen Jahres ist Herbert Brandt nach entsprechender Schulung einer von mittlerweile rund 100 Franchise-Nehmern.

Früher war der Oldenburger im Vertriebs- und Projektierungsbereich von elektronischen Sicherheitssystemen tätig, nun ist der 68-jährige Rentner das erste Mal selbstständig. „Ich möchte nicht nur ‘rumsitzen, sondern aktiv sein. Das Coffee-Bike ist eine sinnvolle Aufgabe, die Spaß macht und auch noch etwas abwirft.“ Sein zweites Hobby, die ehrenamtliche Vorstandsarbeit im Kinderschutzbund Oldenburg, kommt dabei nicht zu kurz. Im Gegenteil: Die Spendendose steht bei seinem Kaffee-Fahrrad immer auf der Theke.

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Weil in Oldenburg kein Straßenverkauf erlaubt ist, bietet er seinen Kaffeebar-Service vor allem für Veranstaltungen an. Man kann ihn für Geburtstage, Jubiläen, Feste, Märkte und Firmenevents buchen. 300 bis 400 Pappbecher hat er an Bord, auf Wunsch tischt Brandt auch richtiges Geschirr auf. An diesem Wochenende ist er auf der Hochzeitsmesse in der Weser-Ems-Halle präsent, um sich von angehenden Brautpaaren für den schönsten Tag im Leben engagieren zu lassen. Hochzeitsgäste mit Kaffeespezialitäten verwöhnt hat er bereits bei einem seiner ersten Einsätze im vorigen Jahr, die ihn auf die Hochzeitsfeier von Alwin Schockemöhles Tochter nach Mühlen führte.

Damit das Aroma nicht verloren geht, werden die aus Bio-zertifiziertem Anbau in Honduras und Tansania stammenden und fair gehandelten Espressobohnen stets frisch gemahlen. Selber mag Herbert Brandt zwar Cappuccino am liebsten. Hoch im Kurs bei Koffein-Fans stehe aber auch das Heißmixgetränk „Othello“, bei dem Schokolade die untere Schicht bildet, auf die der Espresso gegossen wird, erklärt Herbert Brandt. Dann klinkt er den mit Espressopulver gefüllten Siebträger in die Kaffeemaschine, und ein paar Dampfwolken später tröpfelt die braune Flüssigkeit sirupartig in den Becher.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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