• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Asbest: Bauarbeiter haben Angst

16.08.2008

OLDENBURG Die innere Unruhe ist Patrick Oelschläger anzusehen. „Ich will einfach nur Gewissheit, natürlich habe ich Angst“, sagt der 22-jährige Betonbaumeister mit leiser Stimme. Der im Landkreis Osnabrück wohnende Polier einer Baufirma befürchtet, dass er lebensgefährliche Asbestfasern eingeatmet hat – bei Demontagearbeiten auf der Famila-Baustelle in Wechloy.

Oelschläger ist einer von vier Bauarbeitern, die Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung erstattet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt schon länger wegen des Verdachts „des unsachgemäßen Umgangs mit gefährlichen Stoffen“ gegen Mitarbeiter mehrerer Baufirmen (NWZ berichtete).

Misstrauisch waren Oelschläger und Kollegen vor drei Wochen geworden. An einem Donnerstag erschienen Männer in Schutzanzügen und Atemgeräten auf der Baustelle. Einer dieser Mitarbeiter einer Asbestentsorgungsfirma erklärte Oelschlägers Kollege Mike Overbeck, dass er seine Arbeit in dem Abschnitt wegen der Asbest-Sanierung nicht mehr weiterführen dürfe. „Dort, wo ich vorher noch gearbeitet hatte, war plötzlich wegen Asbest abgesperrt“, so der 23-jährige Zimmerermeister.

Overbeck und Oelschläger sagen, dass sie bereits im April von Mitarbeitern des Generalunternehmers Köster AG angewiesen worden seien, bestimmte Arbeiten auszuführen. Auf Nachfrage hätten die Köster-Leute gesagt, dass es sich um ungefährliche Materialen handelte.

In einem Fall, so sagten die Arbeiter, hätten sie mit Brecheisen Feuerschutzplatten abreißen müssen, die vermutlich Asbest enthielten. „Es staubte unglaublich“, erinnert sich Overbeck. Dabei, so befürchtet er, könnten gefährliche Asbestfasern freigesetzt worden sein.

„Wer die Fasern über Wochen und Monate inhaliert hat, muss mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass er krank wird“, sagt der Oldenburger Lungenfacharzt Dr. Christian Schoch. Dass sich die Lungenkrankheit (Asbestose) zu einem bösartigen Krebs entwickelt, sei aber eher selten. Die Krankheit könne erst in 10, 15 oder mehr Jahren auftreten.

Patrick Oelschläger fertigt derzeit Gedächtnisprotokolle an, um gerichtsverwertbar belegen zu können, wann er wo auf der Baustelle gearbeitet hat. Zeit hat er dafür. Sein Arbeitgeber hat ihn beurlaubt.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2106
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.