• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Aber bitte mit Sahne!

15.08.2014

Oldenburg Als Holger Asmussen 1991 als Bereichsleiter für Vertrieb und Marketing bei Turm-Sahne anfing, trank er seinen Kaffee schwarz und ging davon aus, seine Arbeit beim Oldenburger Spezialisten für Kaffeesahne und Kondensmilch würde nur eine Zwischenstation in seinem Berufsleben darstellen. In beidem hat sich der 59-Jährige getäuscht: Schon lange „veredelt“ er den Wachmacher „aus Überzeugung“ mit Turm-Sahne-Produkten, und dem Unternehmen ist er treu geblieben: Seit dem 1. Juli fungiert Asmussen nun sogar als Geschäftsführer – und sieht gute Perspektiven.

40 Exportländer

2014 sei bisher „richtig gut gelaufen“. Für das aktuelle Jahr erwartet er, dass sich der Umsatz von 32,5 Millionen Euro auf 34,5 Millionen Euro steigern lässt. Großen Anteil hat daran der Export, der mittlerweile über 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. Erstmals wurden Importeure im Irak, Iran und in der Mongolei als Kunden gewonnen. Über Chile erhofft sich Turm-Sahne, auf dem lateinamerikanischen Markt Fuß zu fassen. Brasilien soll als nächstes Exportland folgen. Land Nummer 40 ist China – seit April wurden bislang 300 000 500-Milliliter-Flaschen ins Reich der Mitte geliefert.

Meilensteine

1949: Die Brüder Alfred und Dr. Engelhard Loesing sowie Walter Gloor gründen die Oldenburger Dauersahne- und Süßwarenwerk GmbH an der Cloppenburger Straße.

1951: Umzug zur Emsstraße

1978: Die Nordmilch eG, die Butter- und Eier-Zentralgenossenschaft (BEZ, später MZO) und die Igemo-Milchwerke (heute Molkerei Ammerland) beteiligen sich zu je einem Drittel an Turm-Sahne

1994: Bezug des neuen Werkes Westerender Weg

1999: Durch Fusion der Nordmilch Zeven und der MZO zur Nordmilch eG verteilen sich die Gesellschaftsanteile auf die Nordmilch (heute Deutsches Milchkontor/zwei Drittel) und die Molkerei Ammerland (ein Drittel)

2014: Turm-Sahne erhält zum 5. Mal in Folge vom Bundeslandwirtschaftsministerium den Ehrenpreis für Qualitätsleistungen.

Der Kontakt war im Oktober 2013 auf der Fachmesse „Anuga“ entstanden. Die Chinesen – darunter ein Importeur mit einem Netz von 486 Unterdistributoren – hatten Turm-Sahne gezielt angesprochen. Asmussen sieht im chinesischen Markt eine „tolle Chance“, um weiteres Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze (aktuell sind es 44) zu generieren. Beeindruckt hat ihn, dass die Chinesen großen Wert darauf legen, dass die Etiketten nicht nur in chinesischer, sondern auch in deutscher Sprache beschriftet werden. „Deutsch steht für Qualität“, weiß Asmussen. Im nächsten Schritt seien die Chinesen stark an Milchmischgetränken mit Kakao-, Erdbeer- und Vanillegeschmack interessiert. Im November plant Asmussen, nach Peking zu fliegen, um mit den Partnern Ziele bis 2020 zu fixieren.

Für 2015 ist der Geschäftsführer „sehr positiv gestimmt“. Im nächsten Jahr will Turm-Sahne einen neuen Anlauf unternehmen, um die USA als Absatzmarkt zu erschließen. 1999 habe man einen ersten Testballon gestartet, musste aber erkennen, dass es zu hohe Hürden gibt. Hier erhofft sich Asmussen durch das Freihandelsabkommen Erleichterungen.

Zusätzliche Kapazitäten am 1994 am Westerender Weg bezogenen Standort sind noch vorhanden. „Es wird auf einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb hinauslaufen“, schätzt Asmussen. Derzeit wird in 2,2-Schichten gearbeitet. „Wir prüfen, ob wir unsere Anlage um eine zweite Abfüll-Linie erweitern“, blickt der Geschäftsführer voraus.

250 000 Flaschen täglich

Täglich verlassen bis zu 250 000 Flaschen – in den Größen 100 und 500 Milliliter – die Förderbänder. Im Jahr werden rund 45 Millionen Flaschen abgefüllt. Während der Oldenburger Standort alles produziert, was in Glas ausgeliefert wird, lässt Turm-Sahne die Kaffeesahne-Portionspackungen in Zeven beim Hauptanteilseigner, der DMK Deutsches Milchkontor GmbH, herstellen. 400 Millionen Einzelportionen verlassen im Jahr das Werk.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wird im Labor bei Turm-Sahne auch an alternativen Verpackungen gearbeitet. So laufen derzeit Versuche mit Kunststoffbeuteln.

Doch nicht jedes Experiment gelingt: Die Anfang 2013 als Produktneuheit eingeführte Tee-Sahne wurde inzwischen wieder vom Markt genommen. „Die Stückzahlen waren zu gering“, räumt Asmussen ein.

Karamell versüßt Image

Bekannt ist Turm-Sahne auch für die gelb-rot verpackten Karamellbonbons – sie sind für Asmussen aber nur noch ein „reines Imageprodukt“, das nach Oldenburger Originalrezept von 1951 mittlerweile in Polen hergestellt wird. Beim Bremer Freimarktumzug bringt Turm-Sahne die Bonbons ebenso unter das Volk wie beim Oldenburger Kramermarkt. Weil das Unternehmen in 2014 sein 65-jähriges Bestehen feiert, soll ein großer Truck auf die Strecke geschickt werden, um eine Tonne Karamellen auf die Kinder regnen zu lassen. Auch das Oldenburger Kinderstadtfest am 30. August wird von Turm-Sahne unterstützt.

Holger Asmussen schenkt eine Tasse Kaffee ein: „Mit Kaffeesahne schmeckt das einfach besser“, sagt er im Brustton der Überzeugung. Die mittlere und ältere Generation weiß das bereits – das Durchschnittsalter der Kaffeesahne-Genießer liegt bei 39 Jahren. Asmussen arbeitet daran, dass auch Jüngere auf den Geschmack kommen.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2114
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.