• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Wirtschaft

Aus Brücke werden kleine Kiesel

22.03.2017

Oldenburg Rumms, da rüttelt die Ramme: Zurzeit wird neben der Alexanderstraße eine Spundwand gesetzt. „Sie schirmt den Fahrbahnbereich ab, damit das alte Brückenfundament aus der Baugrube geholt werden kann, die dort entsteht“, sagte Jörg Büsing, Prokurist beim Oldenburger Bauunternehmen Fritz Spieker, am Dienstag. Spieker hat den Auftrag für Abriss und Neubau der Brücke erhalten.

Die zur Stadt gelegene alte Brücke, über die 47 Jahre lang der Verkehr rollte, wird gerade zu Kieselsteinen verarbeitet. Am Samstag um 19 Uhr waren die ersten Laster des Metjen-dorfer Unternehmens Harms angerollt, am Sonntag um 9 Uhr wurden die letzten Brocken abtransportiert: 2500 Tonnen Steine, alle zu diesem Zeitpunkt noch bis zu 80 Zentimeter groß, werden jetzt von Harms in der Zwischenahner Recyclinganlage für Baumaterialien in Kayhauserfeld zerhackt – auf eine Größe von 0 bis 32 Millimeter. Hajo Harms: „Wir bereiten das Material für den Straßenbau wieder auf.“ Aus dem Brückenschutt entstehen im Umkreis von 25 Kilometern zum Beispiel neue Schotter-Tragschichten. Insgesamt 100 000 Tonnen schlägt Harms jedes Jahr in der Brechanlage um. In der Zwischenahner Recyclinganlage entsteht durch die eingesetzte Technik ein Produkt, das am Markt sehr gefragt ist.

An Stahl steckt in so einer Brücke deutlich weniger: „Insgesamt etwa 50 Tonnen“, sagte Oliver Springer von Springer & Sohn am Dienstag. Für eine Tonne werden am Markt 150 Euro gezahlt. Der Stahlschrott wird von Springer auf stahlwerksgerechtes Maß zerkleinert und später mit einem Binnenschiff, auf das 1000 Tonnen passen, zur Salzgitter Stahl AG gebracht, um neue Brückenträger und ähnliches daraus zu machen.

Spieker legt zurzeit die Widerlager frei, um auch den alten Übergang zum Erddamm wegräumen zu können. Bislang liefen die Abbrucharbeiten noch zügiger als geplant. Jörg Büsing: „Bis Montagmorgen um 4 Uhr sollten wir mit dem Abbruch fertig sein, am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr konnte die Autobahn schon wieder für den Verkehr freigegeben werden.“ Als nächstes werden vom Oldenburger Unternehmen Lauer Verkehrstechnik die Verkehrsinseln für die Auf- und Abfahrten versetzt, um die Verkehrsführung noch zu verbessern. Anfang April folgen die Pfahlarbeiten mit etwa 20 Meter langen Pfählen für die Gründung der Fundamente für die neuen Widerlager und die Brückenpfeiler.

Für das Ingenieurbau-Unternehmen Fritz Spieker mit seinen 120 Mitarbeitern, das für den Auftrag mit weiteren Unternehmen kooperiert, ist die A293-Brücke zurzeit nur ein Auftrag von vielen – „allerdings ein besonderer, denn das hat für uns alle einen besonderen Charme, dass es eine Oldenburger Brücke ist, zu der wir einen Bezug haben“, sagt Büsing.

Fritz Spieker baut zurzeit an zahlreichen weiteren Brücken: auf der A26 in Neu Wulmstorf, auf der Wilhelmsburger Reichsstraße in Hamburg, allein sieben Brücken an der A33 in Halle/Westfalen, vier Brücken auf der A14 bei Ludwigslust und die Talbrücke über den Diebsgraben bei Hauneck in Hessen.

Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

Weitere Nachrichten:

Springer & Sohn | R. Stahl